Aus is! Jetzt geht das Leben richtig los

von Redaktion

89 junge Leute haben ihr Reifezeugnis in der Tasche. Alle haben bestanden. In der Badria-Halle wurden die Absolventen des Luitpold-Gymnasiums feierlich verabschiedet. Nicht ohne Kommentar zur „Fridays for Future“-Bewegung.

Wasserburg – Die 89 Abiturientinnen und Abiturienten des Luitpold-Gymnasiums haben ihre Abschlusszeugnisse in der Tasche. Bei dem Festakt in der Badria-Halle waren neben den Schulabgängern rund 500 Besucher dabei. Gegenüber unserer Zeitung sagte der scheidende Schulleiter Peter Rink, es sei, was die Leistungen betreffe, „ein Jahrgang wie immer“ gewesen. „Es gibt sehr gute, gute und zufriedenstellende Leistungen. Es haben alle bestanden.“ Rink beglückwünschte jeden Einzelnen mit einem Händedruck, von 13 Absolventen – ab 1,5 und besser – wurde der Notenschnitt genannt.

Die Grußworte waren geprägt von Appellen, Humor und auch politischen Einschüben. Otto Zwiefelhofer, Dritter Bürgermeister der Stadt Wasserburg, äußerte sich lobend über die Abiturienten, kritisierte bei der Gelegenheit aber auch den Schülerprotest gegen die Klimapolitik.

Oanik ist nicht die richtige Reaktion auf den Klimawandel

„Die Menschen sollten versuchen, den Blick für das Ganze zu finden und nicht nur einen Zielpunkt zu verfolgen. Die Luft in Hongkong, Peking oder Mumbai wird durch solche Fridays for Future auch nicht sauberer.“

Keine Angst vor Fehlern, rät Weger vom Elternbeirat

Die stellvertretende Landrätin Marianne Loferer sagte, sie sei sicher, dass die jungen Menschen nun ihren Weg gehen werden, „wenn auch der eine oder andere vielleicht ein paar Abzweigungen nehmen wird“. Es komme darauf an, glücklich und zufrieden zu sein. Sebastian Weger, der Vorsitzende des Elternbeirats, rief die Abiturienten dazu auf, hinaus in die Welt zu drängen. Jetzt gehe das Leben richtig los.

„Ihr seid erwachsen geworden. Wenn Ihr von etwas überzeugt seid, dann packt es an, macht es einfach. Keine Angst vor Fehlern“, sagte Weger.

Johannes Hain von der Luitpoldiana-Studiengemeinschaft nahm den Bestseller des Psychiaters Michael Winterhoff „Deutschland verdummt“ aufs Korn und appellierte an die Abiturienten zu beweisen, dass der Autor mit seinen Provokationen falsch liege.

„Mit dem bayerischen Abitur steht Euch die Welt offen.“ Viel Gelächter erntete der Vertreter der Schulabgänger, Stefan Huber, mit dem Zitat: „Wir leben in einer Welt, in der es Donald Trump geschafft hat, US-Präsident zu werden – uns stehen alle Türen offen!“

Rinks Appell: Lasst andere Meinungen auch zu

Rink setzte sich wie Zwiefelhofer in seinem als ernst empfundenen Beitrag ebenfalls kritisch mit der Fridays-for-Future-Bewegung auseinander. Er erinnerte an die Äußerung der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg: „Ich will, dass Ihr in Panik geratet“ und sagte dazu: „Ich glaube, dass Panik keine gute Reaktion auf den Klimawandel ist.“

Geboten sei vielmehr Weisheit. Mit Nachdruck rief er die Abiturienten zu Toleranz auf: „Bitte lasst Euch nicht einfangen von Leuten, die Euch aus ideologischen Gründen vor falschen Meinungen schützen wollen. Lasst bitte die Auffassungen der anderen zu.“

Aus Datenschutzgründen gibt die Schule nicht mehr die Namen aller Absolventen, die wir in der Rubrik „Schule geschafft“ veröffentlichen, heraus.

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