Amerang – In den gut besuchten Bürgerversammlungen in den Gemeindeteilen Amerang, Evenhausen und Kirchensur wurde Bilanz gezogen. Die Bürger scheinen mit der Gemeindeentwicklung zufrieden zu sein. Es gab keine kontroversen Diskussionen.
„Amerang steht nach wie vor gut da“, resümierte Bürgermeister Gust Voit (CSU). Erfreulich sei die anhaltende positive Entwicklung mit konstant guten Steuereinnahmen, auch wenn diese nicht in vollem Umfang in den Gemeindesäckel fließen.
Amerang, aber auch der Landkreis und der Bezirk, profitieren von der guten Wirtschaftslage. Das gebe den nötigen Spielraum für notwendige Investitionen. So sei die Steuerkraft in den vergangenen fünf Jahren stetig gewachsen. „Das zeigt, dass die Bürger und die Gewerbebetriebe viel leisten“, so Voit.
Attraktiver
Wohnort
Die Gemeinde sehe sich deshalb in der Verantwortung, Amerang als attraktiven Lebensort mit einem guten gesellschaftlichen und sozialen Miteinander zu bewahren und weiterzuentwickeln. Deshalb gelte es auch, ein verlässlicher Partner für Gewerbetreibende zu sein. Beim Gewerbesteuersatz liege die Gemeinde mit gutem Grund weit unter dem Durchschnitt. Für die kapitalgeführten Betriebe sei das interessant. Sie hätten in den letzten Jahren gewaltig in den Standort investiert und allein im Gewerbegebiet seien etwa 600 ortsnahe und ansprechende Arbeitsplätze entstanden.
Und auch bei der Grundsteuer liege Amerang im unteren Bereich. Obwohl verkehrstechnisch nicht optimal gelegen, gebe es viele Anfragen von interessierten Betrieben, denn das Gewerbegebiet sei gut entwickelt und mache Amerang zu einem attraktiven Standort.
Mittlerweile sei auch das Gewerbegebiet „Grünhofer Feld“ nahezu vollständig bebaut. „Ob groß oder klein – jeder Betrieb ist wichtig“, betonte Gust Voit. Am Beispiel in der Halfinger Straße sei deutlich geworden, dass Betriebe nicht nur ins Gewerbegebiet müssten, sondern auch an anderen Standorten zu einer angemessenen Dorfentwicklung beitragen könnten.
Zu einer lebenswerten Gemeinde gehörten aber auch Infrastrukturmaßnahmen, die ortsnahe Grundschule und ein gutes Kinderbetreuungsangebot. Der Eigenanteil an den Kosten für das Betreuungsfachpersonal liege bei rund 500000 Euro. Auch in Straßenbaumaßnahmen und den Breitbandausbau sei kräftig investiert worden. Zudem seien entsprechende Wohn- und Freizeitangebote seit Jahren auf der Agenda.
Mit dem Erwerb von Wohnbauland und den Sportflächen sowie der Sanierung der Gemeindehalle habe sich die Gemeinde zwar verschuldet, doch die zukunftsweisenden Entscheidungen seien maßgeblich für die weitere Gemeindeentwicklung.
Bauland und
Wohnungsbau
Zudem sei eine schnelle Refinanzierung durch die Grundstücksverkäufe gegeben. Allerdings dürfe die Gemeinde, trotz niedrigem Zinsniveau, nicht übermütig werden, um sich ihren finanziellen Spielraum zu erhalten.
Nach sieben Jahren sei es der Gemeinde endlich wieder gelungen, im Gemeindebereich Neubaugebiete auszuweisen, stellte Bürgermeister Voit heraus. In Evenhausen hätten die Bauarbeiten im umstrittenen Pfaffinger Feld III bereits begonnen und durch die hochwertige Erschließung kristallisierten sich deutliche Verbesserungen etwa für die Sonnleitenstraße heraus.
Im Baugebiet Evenhausen Ost könne man schnell in die Planung gehen, weil die meisten Grundstücke in gemeindlicher Hand seien. In Kammer habe die Gemeinde ein ambitioniertes Vorhaben mit einem Mix aus Geschosswohnungsbau mit kleineren Wohneinheiten und Einzelbauvorhaben im Visier. In Kirchensur sei ein Baugebiet an der Reiterbergerstraße in Planung.
Derzeit stehe die Anbindung an die B304 auf dem Prüfstand. Die von den Bürgern bevorzugte Trasse am südlichen Ortsende bringe jedoch mit etwa 850000 Euro enorme Kosten mit sich. Auch der Bebauungsplan Amerang Ortsmitte habe aus verkehrstechnischer und ortsbildnerischer Sicht Verbesserungen gebracht. Trotz geringer Breite sei der Einmündungsbereich in den Eichenweg gesichert und der Fußweg entlang der Wasserburger Straße sei nun durchgängig. Die Bebauung passe gut ins Ortsbild.
Ein Meilenstein sei sicher der Erwerb der Sportflächen gewesen, freute sich Voit. Nun gehe es darum, ein Gesamtkonzept für Sportanlagen, Gewerbe und Mischnutzung zu erstellen, um die Gemeinde weiterzuentwickeln. Zudem habe die Gemeinde in den letzten Jahren zehn Hektar für Biodiversität und Ausgleichsflächen erworben und sich damit für künftige Projekte bevorratet. Ziele und Vorgaben für Maßnahmen sei die Verbesserung der Vernetzung von vorhandenen Biotopstrukturen und kein Entzug von landwirtschaftlichen Produktionsflächen. Angestrebt sei der Erhalt einer extensiven naturverträglichen Bewirtschaftung.
Ehrung der besten
Absolventen
Im Rahmen der Bürgerversammlung wurden die besten Absolventen geehrt: Roman Bichler, Ausbildung Metallbauer Konstruktionstechnik, Note: 1,0. Carina Dürnegger, Ausbildung Steuerfachangestellte Staatspreis der Regierung von Oberbayern. Lea Friese, Abitur Note 1,5. Benedikt Gießibl, Ausbildung Verfahrensmechaniker Note: sehr gut. Pauline Hagn, mittlere Reife Realschule, Note: 1,18. Hermann Hochreiter, Ausbildung Elektroniker für Geräte und Systeme Note: 1,2. Miriam Konhäuser, mittlere Reife Realschule, Note 1,0. Emily Langer, mittlere Reife Realschule, Note: 1,09. Michaela Ludwig, Abschluss BOS (ohne Note). Bastian Niedermaier, Ausbildung Industriekaufmann Staatspreis der Regierung von Oberbayern. Sarina Ruf, Abitur Note 1,0. Anna-Maria Schauberger, Ausbildung Köchin, Note: 1,0. Beatrice Schrehardt, Ausbildung Industriekauffrau, Staatspreis der Regierung von Oberbayern.