Eiselfing – „Griabig, lustig und unterhoidlich“ – der Gstanzl-Frühschoppen im Sanftlsaal in Eiselfing bot die ganze Palette der Volkskulturszene. Die Besucher hatten dementsprechend gut lachen, denn „Fips“ Christian Bräu, Jackl Aurer und „Bäff“ Josef Piendl zündeten mit lustigen Schno- derhüpfeln und Witzen den Lachturbo.
Organisator Korbinian Brenninger hatte auch heuer wieder Musikanten und Gstanzlsänger eingeladen, die bestens harmonierten. „Die Leute zusammenbringen, Musik und Lachen – das ist Bayern wie es lebt“, freute sich Brenninger. Zünftige Volksmusik und Gstanzln gehören für den bekennenden „Roider Jackl-Fan zur „boarischen Kultur“, und es gelte, die auf jeden Fall zu erhalten.
Dementsprechend wurde querbeet derbleckt und gegenseitig ausgesungen, was das Zeug hielt. Klar, dass dabei letztlich kein Auge trocken blieb. Dafür sorgten die gut aufgelegten Akteure.
Den Auftakt machte der „Fips“, seines Zeichens Gstanzlsänger und Hochzeitslader aus Roding. Warum er noch keine Freundin hat, ließ er dem Publikum wissen. Quasi in Eigenwerbung war er als „Bauer sucht Frau“ offensiv auf Brautschau und brachte auch beim Disco-Tanz vollen Körpereinsatz.
„Ich bin Bauer, ich hab Schotter, zur Hochzeit kauf ich dir einen Melkroboter“. Augenzwinkernd und mit lustiger Mimik beschäftigte sich Fips mit viel Zwischenmenschlichem und auch das Publikum wurde, zum großen Vergnügen derer, die es nicht erwischt hatte, kräftig derbleckt.
Als Spezialist für Gstanzln aller Art stellte sich Josef Piendl alias „Bäff“ heraus. Im Sanftl-Saal lief der Oberpfälzer zu Hochform auf und erheiterte das Publikum mit Spontan-Gstanzln in unterschiedlichsten Melodien. Seine Reime waren frech, aber nicht „g´schert“ und die Derbleckten, die auch in den hintersten Saalreihen nicht verschont blieben, konnten immer herzhaft mitlachen. Beim Streifzug durch die Reihen stellte er klar, dass es nicht helfe, bei seinem Blick in Schockstarre zu verfallen, denn „heut ist keiner gefeit“.
Entgegen der Meinung, dass Schwiegermütter nicht in den Himmel kommen, „weil Drachen nicht höher als 100 Meter fliegen können“, wollte Bäff mit seinem positiven Lied aufwarten und die Schwiegermutter hoch leben lassen. Das Problem sei die Tochter, die sie großgezogen habe, betonte Bäff.
Absoluter Höhepunkt war aber der Auftritt von Jackl Aurer. Der Bruckberger Bauchredner und seine vorlaute Puppe Luggi hatten allerhand zu erzählen und sorgten damit für regelrechte Lachsalven. Die Duanixmusi spielte zudem schneidig auf und sorgte auch musikalisch für beste Stimmung. Und so gab‘s am Ende einen tosender Schlussapplaus.
„Die Vorfreude steigt bereits aufs kommende Jahr“, sagte Korbinian Brenninger. Am 8. November 2020 werde es wieder ein Gstanzlsingen geben. Da heuer viele Kartenwünsche nicht erfüllt werden konnten, soll es dann eine Nachmittags- und eine Abendveranstaltung geben.