Rott – „Da kommst dir vor, wie der Buchbinder Wanninger: auf verlorenem Posten“, ärgert sich Alexandra Schreyer aus Rott am Inn. Ihr Betrieb, die gleichnamige Spedition, muss sieben Tagen ohne Telefonanschluss auskommen, weil die Telekom Schreyers Angaben zufolge bei einer technischen Umstellung einen Fehler gemacht hat.
Der analoge ISDN-Anschluss des Unternehmens sollte auf „Voice over IP“ umgestellt werden. Die Telekom stellt momentan alle Anschlüsse auf die Technologie um, die an das Breitband gekoppelt ist. Durch einen Fehler wurde die ISDN-Leitung gekappt und nun heißt es „kein Anschluss unter dieser Nummer“, wenn man die Spedition erreichen und beauftragen will.
Die Kunden seien verunsichert, „die fragen schon, ob es uns noch gibt“, sagt Schreyer genervt und spricht von Geschäftsschädigung. „Wir haben 30 Autos und müssen die Fahrer alle mit ihren Privathandys disponieren. So geht es einfach nicht“, schimpft die Unternehmerin. Auf der Homepage erfährt man, dass der Betrieb derzeit nur via Mobilfunk erreichbar sei.
Hintergrund des Schlamassels: Die Telekom hatte einen Termin am 9. November für die Umstellung ausgegeben, ihn dann aber selbst wieder abgesagt. „Der Umstellservice hat vergessen, den Termin intern aus dem System zu löschen und eine Woche danach wurde automatisch unsere ISDN-Leitung gekappt.“ Seit 15. November geht nichts mehr. Erbost versuchte sie, von ihrem Handy aus über die Kunden-Hotline etwas zu erfahren. „Ich hing vier Stunden in der Leitung und wurde weiterverbunden. Bis mir jemand erklären konnte, dass es technisch nicht möglich sei, das rückgängig zu machen. Es sei, als zwicke man die Leitung durch“, habe man ihr erklärt.
Nun gibt es einen neuen Termin, um auf „Voice over IP“ umgerüstet zu werden: morgen, Freitag, 22. November. Die Stellungnahme der Telekom lag bis Redaktionsschluss noch nicht vor.