St. Wolfgang – Die Wirtschaft boomt weiter auch in der Gemeinde St. Wolfgang. Dennoch werde der Ansatz bei der Gewerbesteuer heuer knapp verfehlt, berichtete St. Wolfgangs Bürgermeister Ullrich Gaigl (FW) in der Bürgerversammlung im Schex-Saal. Neuigkeiten waren, dass es nach Jahren endlich mit dem Bauprojekt auf dem ehemaligen Brauereigelände losgehen soll. Und es werde ein neues Baugebiet in St. Wolfgang gegeben.
Knapp 3600 Quadratmeter
großes Areal
Still ist es in letzter Zeit um das Bauprojekt auf dem ehemaligen Betriebsgelände der früheren Privatbrauerei Bauer GmbH (1961 – 2003) in St. Wolfgang geworden. Das knapp 3600 Quadratmeter große Areal hatte die Gemeinde 2014 erworben. Nach einer Bürgerbefragung hatte ein Arbeitskreis Nutzungen erarbeitet die der Gemeinderat dann festgelegte, wie Wohnungen, ein Café, Praxisräume, und Reserve-Räume in Eigentum der Gemeinde für die Verwaltung. Die Planung ist längst fertig. Problematisch sei laut Bürgermeister bislang gewesen eine rechtssichere Ausschreibung für das Areal zu gewährleisten. Das Projekt werde von einem Investor ausgeführt. Vom Rechtsbeistand der Gemeinde seien nun alle entsprechenden Unterlagen da. Damit könne das Gesamtprojekt „Brauerei-Gelände“ 2020 starten.
Wohnraum ist auch in St. Wolfgang knapp, daher mehrten sich kritische Stimmen, es müsse endlich wieder ein Baugebiet erschlossen werden. Gaigl konnte dazu in der Bürgerversammlung eine positive Entwicklung vermelden. Wo genau die Bebauung stattfinden werde, dazu müsse sich Gaigl noch bedeckt halten. Aber er versicherte: „2020 gibt’s in St. Wolfgang wieder ein Wohnbaugebiet“.
Auch eine Menge beeindruckender Zahlen seiner Gemeinde stellte der Bürgermeister vor. Aktuell bieten 460 angemeldete Handwerks- und Gewerbebetriebe, vom kleinen Nebengewerbe bis zu großen Unternehmen, 1219 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in der Goldach-Kommune. Mit 273 Arbeitsplätzen je 1000 Einwohner liege St. Wolfgang auf Platz fünf im Landkreis. Rund 870 Personen pendeln täglich ein und 1432 Auspendler gibt’s. Am Arbeitsplatz wohnen 349 Personen. Zum 1. November zählte die Gemeinde insgesamt 4710 Einwohner, 4519 Bürger mit Hauptwohnsitz und 191 mit Nebenwohnsitz. Größte Orte sind St. Wolfgang mit 1940 Einwohner und Armstorf mit 1045 Bürgern. Der kleinste Ort ist Großschwindau mit 127 Einwohnern. Zugezogen waren 253 Neubürger, 207 haben St. Wolfgang verlassen. Sterbefälle wurde 50 gezählt und 38 Geburten. 22 Paare gaben sich das Jawort.
Der Gemeinderat hatte acht öffentliche und neun nichtöffentliche Sitzungen, berichtete Gaigl. Insgesamt 91 Tagesordnungspunkte wurden dabei diskutiert. Dazu kamen acht Bauausschusssitzungen, rund 60 Bauverfahren wurden behandelte.
Die Zahlen der Asylbewerber sind auch in St. Wolfgang zurückgegangen. Derzeit seien 15 Asylanten in der Gemeinde untergebracht, zwölf in Armstorf und drei in St. Wolfgang. Die Zahlen variierten stets durch Umzüge. Gaigl dankte allen, die mithelfen, diese Menschen zu betreuen und eine Zukunft zu geben. Er appellierte zudem, Wohnraum zu vermieten, wenn jemand die Gelegenheit habe.
Gut aufgestellt sei die Gemeinde im Sozialbereich, was die Kommune attraktiv mache, konnte Gaigl berichten. Es gebe Platz für 205 Kinder in den Kindergärten St. Wolfgang und Armstorf inklusive der Krippe. Den Waldkinderarten mit zwanzig Plätzen belegten derzeit 14 Kinder. Interessant sei, dass nur ein Kind einen auswärtigen Kindergarten besuche, aber sieben Kinder nach St. Wolfgang „einpendeln“.
Um die Finanzen der Kommune sei es weiter gut bestellt, auch wenn wegen Rückzahlungen die angesetzte Gewerbesteuer von zwei Millionen Euro knapp nicht erreicht werde. Größte Einnahme sei der Einkommensteueranteil mit 2,6 Millionen Euro. Das Gesamtvolumen des Haushalts betrage heuer 14,5 Millionen Euro (2018 10,9 Millionen Euro), freie Investitionsmasse seien 628000 Euro. Gaigl: „Der Umgang mit Steuergeldern wird mit Sorgfalt getätigt“.