Wasserburg – Eltern von Kindergartenkindern erhalten vom Freistaat monatlich einen Zuschuss von 100 Euro zu den Betreuungsgebühren, Familien, deren Kinder bei einer Tagesmutter, einem Tagesvater oder in einer Tagespflegeeinrichtung angemeldet sind, nicht. Eine Ungerechtigkeit, die bereits Thema im Haupt- und Finanzausschuss war. Betroffen von dieser Ungleichbehandlung ist in Wasserburg die Großtagespflege Naturkinder GbR in der Burgau. Elternvertreterin Pia Muckenthaler hat jetzt in einem Brief an Staatsministerin Kerstin Schreyer auf die finanzielle Benachteiligung von Eltern, die Tagespflegeeinrichtungen nutzen, hingewiesen. Wie in der Bürgerversammlung für die Burgau versprochen, unterstützt Bürgermeister Michael Kölbl das Anliegen der betroffenen Eltern aus der Großtagespflege.
Pia Muckenthaler verweist in ihrem Schreiben auf die Homepage des Sozialministeriums. Dort stehe, dass alle Einrichtungen, die nach dem Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) bezahlt und gefördert würden, mit dem neuen Zuschuss rechnen könnten. Die Naturkinder GbR in der Burgau werde nach dem BayKiBiG bezahlt und gefördert – und „trotzdem erhalten wir Eltern diese Unterstützung des Freistaates Bayern, die doch eigentlich allen Kindern zugutekommen sollte, nicht.“
In Wasserburg gebe es wie in vielen Kommunen zu wenig Kindergartenplätze, deswegen habe die Stadt die Einrichtung der Großtagespflege, die wie ein regulärer Kindergarten betrieben werde, unterstützt und fördere die Personalkosten. Einen weiteren monatlichen freiwilligen Zuschuss an die Eltern wolle die Kommune jedoch nicht bezahlen. „Die Stadt ist kein Reparaturbetrieb des Landesgesetzgebers“, hatte Bürgermeister Kölbl das Nein zu einem Antrag der Eltern an die Stadt begründet. Der Hauptausschuss sieht eine Gesetzeslücke, die vom Gesetzgeber selber geschlossen werden müsse.
„Obwohl unsere Großtagespflege alle Vorgaben des BayKiBiG erfüllt, wird sie finanziell wesentlich schlechter durch den Freistaat gefördert als sogenannte normale Kindergärten und wir Eltern werden dadurch finanziell erheblich belastet. Der dadurch entstehende große Kostenunterschied macht es uns, trotz des großen Bedarfs an Kinderbetreuungsplätzen, zunehmend schwerer, die Großtagespflege weiter zu betreiben“, warnt Pia Muckenthaler. Deshalb bittet sie die Ministerin, die Gesetzeslage zu prüfen und die Ungleichbehandlung zu beseitigen.