Wasserburg – Nach der Uraufführung der sogenannten Cäcilienmesse des französischen Komponisten Charles Gounod am 22. November 1855 in der Pfarrkirche St-Eustache de Paris schrieb der Komponistenkollege Camille Saint-Saëns, er sei „voller Benommenheit und überwältigt von der Größe der Musik“ und dass von dieser Messe „ein glänzender Strahl“ ausgehe.
Sicher, taktgenau und
mit Empathie durch
das Werk geleitet
164 Jahre später richtete sich dieser Strahl vom Altarraum der Wasserburger Pfarrkirche Sankt Jakob auf die vielen Konzertbesucher: Sänger der Katholischen Pfarreien, eine große Orchesterbesetzung, die Orgel und die Solisten, vorbereitet und dirigiert von Anja Zwiefelhofer, hatten sich dort „zum Lobe Gottes“ vereint.
Sicher, taktgenau und mit angenehmer Empathie leitete die Wasserburger Kirchenmusikerin Chor, Orchester und die Solisten durch ein grandioses Werk sakraler Musik. Die gemeinsame Genauigkeit und Präsenz des Chores, die konzentrierten und feinfühligen Streicher, die Klangreichheit von Harfe und Orgel, die zurückhaltend jedoch sicher und sauber musizierenden Bläser und die im Hintergrund rhythmisch passend spielende Pauke, ergaben ein erhabenes Bild musikalischer Einheit, gemeinsam mit den drei Solisten.
Obwohl im Vordergrund stehend, aber nicht in diesen drängend verstanden es Barbara Baier, Markus Kotschenreuther und Martin Hörberg ausgewiesen gut und angenehm schön, Teil dieses musikalischen Gesamtbildes zu sein: der Cäcilienmesse in der Sankt-Jakobs-Kirche.
Die spätgotische Halle
schuf eine andächtige
Atmosphäre
Die spätgotische Halle des Kirchenschiffes umfing die schwebende Klangtonalität des Werkes und schuf eine andächtige Atmosphäre. Eine Messe wirkt eben in dem Raum am innigsten, für den sie geschaffen wurde.
Der Nachweis musikalischer Präsenz der Kirchenmusik in den katholischen Pfarreien beeindruckte verdienter Maßen viele Besucher, die mit dem Lied „Weit wie das Meer“ in einen voradventlichen Abend entlassen wurden.bua