Schwarzmoosbach wird wiederbelebt

von Redaktion

Nach der Verunreinigung sind umfangreiche Säuberungs-Maßnahmen erforderlich

Eiselfing – Der Schwarzmoosbach ist als Gewässer und Lebensraum für heimische Fische äußerst wertvoll und schützenswert. Zu diesem Resultat führte jetzt eine durch Experten vorgenommene Bestandsaufnahme. Nach der massiven Verunreinigung im vergangenen Sommer sind jedoch umfangreiche Maßnahmen erforderlich.

Mehrere Abschnitte des Baches untersucht

Mithilfe spezieller Ausrüstung wurden mehrere Abschnitte des Baches zwischen Fuchsthal und Bachmehring systematisch untersucht sowie eine Fischzählung vorgenommen. Während es im damals verunreinigten Bereich heute beispielsweise wieder eine wahrnehmbare Population der robusteren Bachkoppen gibt, sind andererseits fast gar keine Forellen mehr vorhanden. Diese finden sich erst wieder oberhalb der Schadensstelle im Bereich der Quelle des Schwarzmoosbaches.

Bernhard Gum, Fischereifachberater der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, wird der Gemeinde Eiselfing in den kommenden Wochen eine Empfehlung zur Aufwertung des Gewässers zukommen lassen. Ein Baustein – so viel steht bereits fest – ist der gezielte Besatz mit Forellen, welcher bereits im Spätwinter beziehungsweise Frühjahr 2020 startet. Er wird von den örtlichen Fischereipächtern dann über Jahre hinweg regelmäßig durchgeführt werden müssen. „Die Kosten dafür liegen wohl im vierstelligen Bereich“, vermutet Bürgermeister Georg Reinthaler. Genaueres könne man erst sagen, wenn die Maßnahmen abgeschlossen seien. Auf alle Fälle würde die Gemeinde einen großen Teil der Kosten übernehmen. „Wir sind aktuell aber auch dabei, Fördertöpfe daraufhin zu überprüfen, ob uns daraus finanzielle Unterstützung zustehen könnte“, so Reinthaler.

Als Gemeindeoberhaupt sagte er im Rahmen des Ortstermins zu, einen verlandeten Seitenarm des Schwarzmoosbaches in Bachmehring wieder wasserdurchlässig gestalten zu lassen, um neue geschützte Laichflächen für Fische zu schaffen.

„Wir sind als Gemeinde die Gewässereigentümer und unterstützen die Pächter bei ihrer wichtigen Arbeit auch finanziell, um diesen ökologisch wertvollen Lebensraum wieder aufzuwerten.“

Zudem sei ein gemeinsamer Gesprächstermin mit den Eigentümern der bewirtschafteten Flächen entlang des Baches geplant, um in Zukunft eine bewusste Zusammenarbeit bei dessen Schutz vor Verschmutzungen und anderen negativen Beeinflussungen erreichen zu können.

Stand der Ermittlungen

Die Polizei nahm Ermittlungen gegen Unbekannt auf. „Im September wurden die Akten ohne Feststellung eines Täters an die Staatsanwaltschaft Traunstein übergeben“, erfuhr unsere Redaktion durch Eiselfings Bürgermeister Georg Reinthaler. Er selbst habe sich vergangene Woche bei der Staatsanwalt Traunstein nach dem Ermittlungsstand erkundigt, aber noch keine Antwort erhalten. Der Staatsanwaltschaft ist der Vorfall bekannt. Nähere Informationen werden in den nächsten Tagen der Wasserburger Zeitung mitgeteilt, so die Pressestelle auf Nachfrage unserer Redaktion.

Hintergrund: Knapp 1000 Fische verendeten im Juli durch Gülleeintritt

Eine Bürgerin hatte das Fischsterben im Juli dieses Jahres entdeckt: An der Wasseroberfläche trieben zahlreiche tote Fische, am Ufer türmten sich hunderte weitere Fischkadaver. Umgekommen waren sie durch einen Gülleeintritt in das Bachwasser, so ergaben die Ermittlungen. Zu den Opfern der Verunreinigung gehörten nach Informationen von Roland Edl, Vorsitzender des Kreisfischereivereins, vor allem Bachforellen, Mühlkoppen und Barsche. Die Fische seien an Sauerstoffmangel gestorben, also erstickt. „Es ist ein Jammer“, bedauerte Ertl damals gegenüber unserer Zeitung.

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