Obing –Auch die Freien Wähler Obing setzen geschlossen auf Amtsinhaber Sepp Huber als Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl 2020. Lob kam im Vorfeld auch schon von der CSU, der PAO, der Obinger Bürgerliste und vom FDP-Ortsverband. Alle Gruppierungen hoben häufig schon das gute Miteinander mit dem bisherigen Gemeindeoberhaupt hervor und schicken dementsprechend auch keinen eigenen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen.
Der FDP-Ortsvorsitzende und Landratskandidat Christian Schunck betonte, dass Sepp Huber trotz einiger Differenzen in Sachfragen, ein guter Bürgermeister sei. Es sei wünschenswert, dass er in der kommenden und für Obing sehr wichtigen Legislaturperiode seine Arbeit fortsetzen könne. Bei ihm und der FDP liege der Fokus der Wahl auf der Kreisebene.
„Ich wünsche dir viel Glück und Energie für die kommenden Aufgaben“, sagte Zweiter Bürgermeister Richard Mitterer (CSU), der sich nicht mehr zur Wahl stellt. Die Zusammenarbeit im Gemeinderat habe parteiübergreifend gut funktioniert und sei sehr vertrauensvoll gewesen. Sepp Huber habe daran einen wesentlichen Anteil gehabt. Er habe sich mit ganzer Kraft für die Gemeinde eingesetzt und ein Mammutprogramm an Terminen absolviert. „Du warst wirklich überall dabei“, sagte Mitterer.
Hubers Entscheidung, nur als Bürgermeister und nicht auf der Gemeinderatsliste zu kandidieren, nachdem feststand, dass es keinen Gegenkandidaten für das Bürgermeisteramt gibt, fand er „besonders fair“. Damit gebe es keine Wettbewerbsverzerrung. Die Gemeinderatswahl sei eine Persönlichkeitswahl. Als amtierender Bürgermeister würde Huber auf der Gemeinderatsliste sicher viele Stimmen bekommen, sagte Mitterer.
Sepp Huber selbst zog ebenfalls eine positive Bilanz seiner ersten Amtszeit und betonte, „ich trete gerne wieder an“. Vor sechs Jahren habe er als Nachfolger von Hans Thurner (FW) eine spannende und verantwortungsvolle Aufgabe übernommen. Schon damals sei von allen Seiten ein fairer Wahlkampf geführt worden. Die Auswirkungen seien im guten Miteinander des Gemeinderats spürbar. Dafür sei er dankbar, denn nur gemeinsam könne man etwas bewegen.
Auf die Entwicklung Obings, die Landrat Sigi Walch ihm gegenüber als „aller Ehre wert“ befunden habe, sei er stolz. Nicht zuletzt auch deshalb, weil er von vielen Bürgern höre, dass sie froh seien, in Obing zu leben, „weil es da vom gesellschaftlichen Leben über Bildungs- und Betreuungseinrichtungen bis hin zur medizinischen Versorgung, einem guten Einkaufs- und Dienstleistungsangebot sowie einem attraktiven Gewerbe alles gibt“.
In einem gedanklichen Streifzug durch das Gemeindegebiet blickte der 51-jährige Ilzhamer, der neben dem Bürgermeisteramt noch eine kleine Landwirtschaft betreibt, auf eine Vielzahl von Themen, die bisher schon erfolgreich umgesetzt wurden oder deren Prozesse noch weiterlaufen. Am Minigolfplatz sei ein Anwesen erworben und auf dem Areal mit 20000 Quadratmetern eine Blühfläche angelegt worden. Das Kinderbetreuungsangebot sei mit dem Neubau der Kinderkrippe, die mittlerweile auch aufgrund der Bauweise zum Vorzeigeprojekt geworden sei, erweitert worden. Im kommenden Jahr seien alle 36 Krippenplätze belegt.
Albert Löw führt
die Kandidatenliste
der Freien Wähler an
Ein weiteres Vorzeigeprojekt sei das Haus der Vereine, das im grundlegend sanierten alten Rathausgebäude untergebracht ist und den Ortsvereinen und dem Heimatmuseum viele Möglichkeiten biete. Im Rahmen der Weiler- und Höfeerschließung sei mit dem Bau von acht Straßen in den vergangenen Jahren ein großes Defizit behoben worden. Darüber hinaus sei mit dem Ausbau der Poststraße ein Dauerbrenner vom Tisch.
Bauen und Innenraumverdichtung sei weiterhin ein großes Thema. Der Fokus liege auf dem Ausbau oder der Aufstockung von Bestandsgebäuden und der besseren Nutzung von Brachflächen im Ortskern, um dem Flächenverbrauch entgegenzuwirken. Für Ausgleichsflächen sollen Areale dienen, die nicht landwirtschaftlich hochwertig einzustufen seien. Nachdem Baugebiet in Pfaffing könne im kommenden Jahr an der Schalkhamer Straße ein großes Baugebiet mit 44 Parzellen ausgewiesen werden und auch ein neues Gewerbegebiet für einheimische Handwerksbetriebe und Dienstleister sei in Planung.
Ein großes Thema stehe mit der Gemeindeentwicklung und der Gestaltung der Ortsmitte nach der Ortsumgehung an. Interkommunale Zusammenarbeit und regionale Vernetzung seien weiterhin ein wichtiger Punkt. Beispielsweise in der Gemeindeentwicklung, der Energieversorgung, im kommunalen Wohnungsbau und Quartiersmanagement sowie in der kommunalen Verkehrsüberwachung.
„Es wird mit anhaltendem Schwung weitergehen“, sicherte Albert Löw zu, der die Kandidatenliste für die kommende Kommunalwahl anführt. Wichtig sei dabei, dass das Augenmerk nicht nur auf dem Ortskern, sondern auf allen Gemeindeteilen liege.