Zu den Leserbriefen „Der Schlosshof und die Haager Seele“ (Lokalteil):
Zum Thema Neugestaltung kann man in Kurzfassung nur sagen: Vorbei ist vorbei, wir konnten es leider nicht verhindern! Doch zu den einzelnen Punkten der Leserbriefe: Dass unsere Bürgermeisterin nicht alleine entschieden hat, sieht man am Abstimmungsergebnis im Gemeinderat. Allerdings muss man dazu die aktuellen Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat berücksichtigen.
Dass eine Gestaltung durch ein historisch passenderes Kopfsteinpflaster den Schlosshof schwerer zugänglich für Rollator- oder Rollstuhlfahrer macht, war nie Idee der Alternativvorschläge. Es gibt viele gute Beispiele, wo eine funktionale Gestaltung im Einklang mit der Historie erfolgt ist.
Der Schlosshof hätte mit einer Gestaltung, die auf die bestehende Bausubstanz eingeht, sowohl Museale- als auch perfekte Veranstaltungsbedingungen bieten können. Die Ideen zur sogenannten ,,Kontrastarchitektur“ die zurzeit so beliebt ist, kann der Verein nur mit einem Kopfschütteln beantworten. Spätestens in 30 Jahren wird man uns fragen, von welchem Teufel wir da geritten wurden, als wir das gebaut haben. Als der Schlosshof 1992/93 schon einmal saniert wurde, befanden wir uns in der sogenannten ,,Grünarchitektur“, die wir heute völlig ignorieren, obwohl gerade Umweltschutz in aller Munde ist.
Das Moderne sollte da gebaut werden, wo es gebraucht wird. Dass so manches auch im Schlosshof und im Turm neu gemacht werden muss, weil Brand- und Personenschutz es nun mal verlangen, ist unumgänglich, aber das sollte das Ensemble nicht radikal verändern. Unverständlich bleibt die Entscheidung der Gemeinde, dass man eine Planung abschließt, ohne eine vorherige genaue Analyse des Vorhandenen durchzuführen. Ein derart sensibles Gelände wie den Schlosshof ohne vorherige Grabung zu planen, zeugt von wenig Weitblick und Sachverstand und bleibt hoffentlich nur eine Ausnahme.
Gerhard Kramer
Haag