Mühldorf/Altötting – Mit 13:0 Stimmen hat der Kreisausschuss des Landkreises Mühldorf der Fusion der Kliniken Mühldorf und Altötting zugestimmt. Zeitgleich fiel auch in Altötting eine Entscheidung: Dort votierten die Ausschussmitglieder mit 12:1 Stimmen für die Fusion der Krankenhäuser.
Damit ist die Fusion nach langen Verhandlungen so gut wie unter Dach und Fach. Das letzte Wort haben die beiden Kreistage, die am Donnerstag über die Fusion abstimmen.
Die Vertreter der beiden Landkreise einigten sich auf ein gemeinsames Kommunalunternehmen mit dem Namen „InnKlinikum Altötting und Mühldorf“. Das gemeinsame Kommunalunternehmen hat seinen Sitz in Altötting, Träger des gemeinsamen Kommunalunternehmens sind der Landkreis Altötting und der Landkreis Mühldorf.
Kreistage stimmen
am Donnerstag ab
Ausgehend vom bestehenden Versorgungsangebot wurde ein landkreisübergreifendes Medizinkonzept für das gemeinsame Klinikunternehmen in den Grundzügen erarbeitet. Es verschmelzen die Klinik Mühldorf mit derzeit 267 Betten, die Klinik Haag mit 60, die Klinik Altötting mit 407 und die Klinik Burghausen mit 139 Betten.
Ziel der Fusion ist es, doppelt angebotene medizinische Leistungen so gut wie möglich zu verringern, um die Konkurrenzsituation im gleichen Patienten- und Mitarbeiterspektrum zu harmonisieren und um Fallzahlen und Ressourcen für eine größere Strahlkraft der Fachabteilungen und Schwerpunkte zu bündeln.
Wirtschaftliche und prozessuale Synergieeffekte können genutzt werden, während gleichzeitig die Versorgungsqualität der Bevölkerung der Landkreise Altötting und Mühldorf und im gesamten Einzugsgebiet verbessert wird. Gleichwohl werde es nicht sofort möglich sein, alle Doppelangebote zu beseitigen, hieß es. Große Überschneidungen gibt es in mehreren Fachbereichen.
Alle im Kreistag vertretenen Parteien begrüßten die Einigung. Mühldorfs Landrat Georg Huber bedankte sich bei allen Beteiligten für die aktive Mitarbeit und die gute Zusammenarbeit. „Wir haben sehr lange und intensiv verhandelt. Es waren auch Samstage und Sonntage darunter. Allein die Namensfindung war nicht einfach. Wir haben für alle Beteiligten eine gute Lösung für unsere Landkreise gefunden. Die Landkreise können sich nach den intensiven Verhandlungen ihren rund 220000 Einwohnern als überregionale Versorger im Gesundheitswesen mit einem medizinisch optimierten Leistungssektrum präsentieren. Durch aufeinander abgestimmte medizinische Schwerpunkte werden den Patienten bedarfsgerechte Leistungsangebote mit hoher medizinischer Qualität bei gleichzeitig wohnortnaher Versorgung geboten“, erklärte Landrat Georg Huber.
„Keiner hat die Notwendigkeit der Fusion infrage gestellt, auch unsere Bürger nicht. Wir haben die Fusion mit hohem Aufwand und viel Arbeit durchgezogen. Insgesamt wurden tragbare Kompromisse gefunden, mit denen in beiden Landkreisen gelebt werden kann“, stellte CSU-Fraktionsvorsitzender Anton Sterr heraus.
SPD-Fraktionsvorsitzender Richard Fischer: „Wir haben die Fusion umfangreich vorbereitet. Ich danke ganz besonders Landrat Georg Huber dafür. Wichtig ist für uns auch, dass das Personal eingebunden wurde. Die SPD-Fraktion wird der Fusion zustimmen.“
„Es gab viele rechtliche Fragen zu klären. Es war eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Ich danke allen, die daran beteiligt waren. Wir haben eine gute Verschmelzung auf den Weg gebracht“, betonte Grünen-Fraktionsvorsitzende Cathrin Henke.
„Normal macht man so eine Fusion am Anfang einer Legislaturperiode und nicht vor einem Wahlkampf. Ich denke von der Fusion werden viele profitieren“, sagte WGW-Vorsitzender Josef Schöberl.