Amerang – Der Gemeinderat in Amerang sprach sich für die Verlegung von Lehrrohren für einen möglichen späteren Breitbandausbau im Zuge der neuen Stromtrasse im Pfarrerlandweg innerhalb eines Kostenrahmens von 10000 Euro aus. Die Entscheidung fiel mit elf zu vier Stimmen.
Betroffen von der Verlegung sind zwölf Anwesen. Sollten die Kosten höher liegen, will das Gremium nochmals darüber beraten. Mit diesem Beschluss sollen die Weichen für den weiteren Breitbandausbau gestellt und ein späteres Aufreißen der Straße vermieden werden.
Die Krux dabei ist, dass nicht gewiss ist, ob und wann ein weiterer wirtschaftlicher Breitbandausbau durch einen Netzbetreiber geplant ist und ob die Leerrohre dann auch verwendet werden. „Wir finanzieren vor, ein Verkauf an einen Netzbetreiber, aber eine damit verbundene Refinanzierung ist nicht garantiert“, sagte Kämmerer Anton Görgmayr. Es gäbe keine Sicherheit, dass ein weiterer Ausbau erfolge, zumal die Bandbreiten in der Spitze bis zu 250 Megabits reichten. Bürgermeister Gust Voit (CSU) stellte fest, dass es sich hier um Wohnbebauung handle und die Anwohner möglicherweise nicht bereit seien, mehr Geld für höhere Datenmengen zu zahlen. Rupert Rußwurm (CSU) war derselben Auffassung, betonte aber, dass es bei Hauptstraßen, wie beispielsweise bei der Chiemgaustraße, nicht versäumt werden dürfe, mit Leerrohren vorzusorgen.
Konrad Linner (SPD) und Christine Kerstens (CSU) waren dagegen der Auffassung, dass bei allen Straßenbaumaßnahmen entsprechende Vorkehrungen eingebracht werden sollten, denn im Zuge der Bauarbeiten sei der Aufwand relativ gering, der Netzausbau sei teuer. Mit bereits eingebrachten Leerrohren könne die Wirtschaftlichkeit für den künftigen Netzbetreiber erhöht werden. Matthias Schmid (SPD) fügte an, dass letzte Ausschreibungen ergeben hätten, dass der Breitbandanschluss den Steuerzahler pro Haus etwa 15000 Euro koste. Doch eine gute Internetverbindung mache flexibler und die Anforderungen stiegen stetig.
Budget von
10000 Euro
In dem vorliegenden Fall solle sich der Gemeinderat ein Budget von 10000 Euro setzen und bei höheren Kosten erneut darüber beraten. Bei der Erschließung des Baugebiets Evenhausen Ost baut die Telekom in Eigenausbau die Breitbandversorgung in Glasfaser zu jeder Bauparzelle (FTTH). Die Telekom darf beim Bestandsausbau derzeit nicht tätig werden, da die Kommunen mit Masterplanung eine gesetzliche Verpflichtung zum Eigenausbau bei Baumaßnahmen im Bestand haben. Eine Förderung der Maßnahme ist nicht möglich.