Sorgen um den Herderwald

von Redaktion

Vor 25 Jahren in der Wasserburger Zeitung: Eichen geschädigt – Krise bei Präsenta

Wasserburg – Der Bund Naturschutz sorgt sich um den Eichenbestand der bayerischen Wälder, auch im Herderwald sind viele der Bäume geschädigt. Und: Den Organisatoren der Wasserburger Präsenta geben schwindende Anmeldezahlen Anlass zur Beunruhigung.

Für den Bund Naturschutz in Bayern sind die Zahlen eher noch geschönt, für Forstminister Reinhold Bocklet ist das Niveau der Schädigung „auf Dauer nicht hinnehmbar“: Der bayerische Wald ist in Gefahr und die Eiche steht dabei an erster Stelle. Grund zur Sorge ist das Ergebnis der aktuellen Waldzustands-Erhebung auch für das Forstamt Wasserburg, das mit dem Herderwald den einzigen anerkannten Eichen-Staatsbestand der Gegend hat. Zitronengrün, mit gelichtetem Laubdach, so präsentierten sich bis zum Herbst im Wasserburger Raum immer mehr Eichen – ein deutliches Zeichen dafür, dass sie krank sind. Bayernweit steht die deutsche Symbolbaumart mit 72 Prozent „deutlichen Schäden“, das heißt, dass 26 bis 60 Prozent der Blätter fehlen, eindeutig an der Spitze – gefolgt von der Tanne mit 56 Prozent und der Buche mit 36 Prozent. Für die Gründe gibt es unterschiedliche Erklärungsansätze. Professor Peter Schütt, Waldspezialist der Ludwig-Maximilians-Universität München sieht deutliche Anzeichen dafür, dass bei Buchen und Eichen die Erkrankung aus den Wurzeln kommt: ein Pilz befalle die unterirdischen Teile der Bäume, die durch die Luftschadstoffe schon geschädigt sind. Die Oberforstdirektion München und mit ihr Minister Bocklet glauben dagegen eher an eine Erkrankung, die in der Vergangenheit immer wieder wellenartig aufgetreten ist und bei der Trockenheit eine große Rolle spielt.

Veranstaltung
absagen?

Ob die Präsenta, als Leistungsschau des heimischen Gewerbes gedacht, wie geplant im Frühjahr 1995 stattfindet, ist jetzt wieder in der Schwebe. Aufgrund des derzeitigen Anmeldestandes müsste man die Veranstaltung eigentlich absagen, teilt Rolf Moser vom Organisationsbüro mit. Schon in den letzten Jahren hatte die Anmeldung relativ zögerlich und spät eingesetzt. Heuer aber scheint es besonders problematisch. Die Behörden würden gar nicht mehr mitmachen, so der Messemanager, und kein einziges Autohaus hätte bisher Interesse gezeigt. „Von den wenigen Anmeldungen kommen auch nur ganz wenige aus Wasserburg.“ Noch hat man Hoffnung, bis zum Anmeldeschluss, der um zehn Tage verlängert wurde, die Untergrenze von 100 Ausstellern zu erreichen – derzeit sind 56 vorgemerkt. „Eile ist geboten“, das betont auch Manfred Gerer vom Wirtschaftsförderungsverband. Der kann sich die Zurückhaltung eigentlich nur auf dem Hintergrund der wirtschaftlichen Situation erklären.

Weitere Meldungen in der Woche vom 25. November bis zum 1. Dezember 1994:

Saarbrücken – Die Änderung der Schulbücher aufgrund der Rechtschreibreform wird einen Kostenaufwand von mindestens fünf Milliarden Mark erfordern, so der Verband der Schulbuchverlage. Die umstrittene Reform, auf die sich Experten aller deutschsprachigen Länder in Wien geeinigt hatten, wird aller Voraussicht ab September 1996 in die Schulbücher einfließen, wobei es eine fünfjährige Übergangsfrist geben soll.

Hamburg – Den größten Drogenfund Europas haben Hamburger Zollfahnder gemacht: Sie entdeckten im Freihafen einen Container mit mindestens 16 Tonnen Marihuana, das einen Straßenverkaufswert von etwa 100 Millionen Mark hat. Der Container war mit einem Schiff aus Kolumbien angekommen und sollte Lederstreifen enthalten.

München – Durch eine Verkleinerung des Bundestages von derzeit 672 auf 500 Abgeordnete könnten insgesamt 90 Millionen Mark pro Jahr eingespart werden. Diese Rechnung machte der Bund der Steuerzahler auf. Nach Angaben der Organisation kostet jeder einzelne Volksvertreter den Steuerzahler derzeit 43 000 Mark im Monat. In dem Betrag sind Diäten, Kostenpauschalen, Mitarbeiterkosten, Übergangsgelder, Pensionen sowie Fraktionszuschläge enthalten.

Oslo – Allen Appellen ihrer Regierung zum Trotz haben die Norweger Europa zum zweiten Mal die Absage erteilt. Bei der Volksabstimmung stimmten 52,2 Prozent der Wähler gegen den Beitritt zur Europäischen Union, 47,8 Prozent waren dafür.

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