Nachruf

von Redaktion

Unterreit – Der Lebenskreis von Elfriede Niedermaier hat sich nach 77 Jahren geschlossen. Ein Lebensweg, der nicht nur Sonnentage brachte, sondern auch mit schweren Tagen gepflastert war. Jetzt fand sie unter der Teilnahme vieler Trauergäste ihre letzte Ruhe an der Seite ihres im Jahr 2012 verstorbenen Gatten im Grünthaler Friedhof.

Beim Trauergottesdienst erinnerte Enkelin Rebekka Niedermaier an das Leben ihrer geliebten Oma, die als geborene Pfandlbauer am 8.Juni 1942 im Böhmerwald das Licht der Welt erblickte. Die ersten Jahre ihrer Kindheit erlebte sie noch mit drei Geschwistern in ihrer alten Heimat, bevor die Familie in einer Nacht- und Nebelaktion flüchtete und nach mehreren Stationen erst im Jahr 1955 mit dem Kauf der Wuhrmühle bei Kraiburg eine Heimat fand. Nach Abschluss der Volksschule besuchte Elfriede Niedermaier noch die Haus- und Landwirtschaftsschule und war dann auf dem Stimmerhof in Aschau als Magd tätig – für sie die schönste Zeit ihrer Jugend.

Im Jahr 1962 heiratete sie Andreas Niedermaier und fand in Einharting auf dem Aicherhof eine neue Heimat. Das Ehepaar hatte vier Kinder und zehn Enkelkinder, die Elfriede Niedermaiers ganzer Stolz waren. All ihre Kraft steckte sie in die Familie und in das Anwesen, das immer wieder umgebaut und modernisiert wurde und schließlich an Sohn Christian ging.

Elfriede Niedermaier hatte zwanzig Jahre lang das Amt der Ortsbäuerin inne, organisierte Ausflüge, Kochkurse und vieles mehr. Sie war 25 Jahre Mitglied des Pfarrgemeinderates, davon acht Jahre Vorsitzende. Ihr Mann war Schützenmeister und auch sie selbst war aktives Mitglied bei den Grünthaler Schützen. Nicht zuletzt engagierte sie sich als Vorsitzende des Seniorenclubs. Mehrere Notizbücher, in denen sie alles genau notierte, erzählen von ihren vielen Aufgaben.

Im Jahr 2002 wurde Elfriede Niedermaier krank, und ihr Zustand verschlechterte sich im Laufe der Jahre immer mehr.

Der Tod ihres Mannes machte ihr zudem schwer zu schaffen. Sie lebte in den vergangenen fünf Jahren im Adalbert-Stifter-Wohnheim, wo ihre Familie, Freunde und Nachbarn sie häufig besuchten. fim

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