Edling – 65 Bürgerinnen und Bürger waren ins Krippnerhaus nach Edling gekommen, als Bürgermeister Matthias Schnetzer dort die Bürgerversammlung abhielt. Die Gemeinde bewertet das Bürgerinteresse als durchschnittlich.
Schnetzer präsentierte die wichtigsten Zahlen und Daten des Jahres (siehe Infobox). Im Haushaltsjahr 2019 seien die Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungshaushalt mit 7144900 Euro und im Vermögenshaushalt mit 3955300 Euro veranschlagt. Der Gesamthaushalt beträgt somit 11100200 Euro.
Die für 2019 eingeplante Zuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt in Höhe von 440500 Euro wird aller Voraussicht nach erreicht. Zur Finanzierung der Baumaßnahmen im Vermögenshaushalt muss eine Entnahme aus der allgemeinen Rücklage erfolgen. Eine Kreditaufnahme ist nicht erforderlich.
Der Rücklagenstand (Abschluss 31. Dezember 2018) beträgt 11934668,77 Euro. Im Jahr 2019 erfolgt keine Kreditaufnahme. Die Schuldentilgung im Jahr 2019 beträgt 144300 Euro.
Wichtiges Thema
ist der Verkehr
Der Schuldenstand zum Jahresende wird 72300 Euro betragen. Bei einer Einwohnerzahl von 4623 Personen ergibt sich eine Pro-Kopf-Verschuldung von 15,66 Euro. Der Landesdurchschnitt in vergleichbaren Einwohnergrößen beträgt 603 Euro. „Am 1. Juli 2020 ist die Gemeinde Edling schuldenfrei“, verkündete Matthias Schnetzer.
Ein wichtiges Thema ist in der Edlinger Gemeinde der Verkehr. Ein Dauerbrenner ist der Bahnübergang an der Viehhauser Straße, der 2017/2018 technisch gesichert worden ist. Die Kosten dafür betragen rund 740000 Euro. Davon muss die Gemeinde ein Drittel übernehmen und bekommt einen Zuschuss nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz vom Freistaat. Laut Gemeindechef Matthias Schnetzer fehle die Schlussabrechnung noch. Hier gab es eine Bürgeranfrage, ob man nicht an der Viehhauser Straße einen Fußweg errichten könnte.
Die Bahnübergänge in Au und Kumpfmühl sind seitens der Bahn in Planung und sollen voraussichtlich ab 2021 umgesetzt werden. Die Kosten dürften vergleichbar sein mit denen des Bahnübergangs Viehhausen.
Im Baugebiet Böhmerwaldweg seien mittlerweile fast alle gemeindlichen Grundstücke im Rahmen des Einheimischenmodells veräußert worden. Die Erschließungsarbeiten seien ebenfalls fast vollständig abgeschlossen. Die ersten Häuser werden bereits errichtet, wusste der Bürgermeister zu berichten.
Die Gemeinde Edling ist zum 30. November 2018 aus der Pflegestern gGmbH ausgestiegen. In Zusammenhang mit dem Pflegestern hatte die Gemeinde Gesamtausgaben in Höhe von 674161 Euro – für den Kauf der Geschäftsanteile, das Wohneigentum, Zuschuss und Kreditgewährung.
Natürlich war das Thema Wasserversorgung in Zusammenhang mit Meggle zur Sprache gekommen. Die Erteilung der wasserrechtlichen Erlaubnis für das Zutagefördern und Entnehmen von Grundwasser, die das Unternehmen wünscht, wird vom Gemeinderat kontrovers diskutiert. Auch wenn es nicht nur um die betriebliche Versorgung, sondern auch um das Wasser für die Antoniussiedlung geht – der Gemeinderat hat im Oktober einen stellungnehmenden Beschluss gefasst und darin die Bedenken der Gemeinde zum Antrag auf die Genehmigung von insgesamt drei Millionen Kubikmeter Grundwasser pro Jahr vorgebracht. Bürger hakten wegen des Wasserschutzgebietes und der Tankprüfungen nach.
Edling hat ein neues Fahrzeug für die Feuerwehr Steppach für rund 230000 Euro angeschafft.
Außerdem erwähnte Schnetzer die Herstellung eines Weges am Rathausplatz zur Verbesserung der Schulwegsituation, den Einbau einer Küche im Jugendraum für das Mittagessen des Kindergartens, den Umbau des Eingangsbereiches im Kindergarten „Hänsel & Gretel“ (alles durch den Bauhof) und etwa die Sanierung der Kardinal-Faulhaber-Straße.
Gemeinde hat einen Vertrag geschlossen
In seinem Ausblick erwähnte Matthias Schnetzer das dritte Förderverfahren zum Breitbandausbau. Die Gemeinde hat mit der Telekom einen Vertrag geschlossen, damit die noch bestehenden Versorgungslücken (unter 30 Mbit pro Sekunde) mit den restlichen Fördermitteln geschlossen werden. „Das dauert aber mindestens vier Jahre, bis es umgesetzt ist“, räumte der Bürgermeister ein. Auf der To-Do-Liste stehen für das Jahr 2020 außerdem noch der MVV-Ausbau, der Neubau des Kanals zur Pumpstation Reitmehring. Die Kläranlage Wasserburg muss erweitert – die Stadt hat mit Edling und Eiselfing eine gemeinsame Abwasserbeseitigung seit den 80er-Jahren. Die sogenannten Einwohner-Gleichwerte sollen in den nächsten Jahren erhöht werden.
Der Kindergarten Schatztruhe muss wachsen – und zwar um zwei Gruppen. Darum steht eine Erweiterung bevor. Der Landkreis Rosenheim muss sich um die Ebrachbrücke in Edling kümmern.
Der Gemeinderat wird sich Gedanken zur Vorplanung eines gemeindlichen Mietshauses in Geschwendt machen und ebenso darüber sprechen, wie man das Rathaus in Edling erweitern könnte. Wenn es möglich sein sollte, will man den Geh- und Radweg von Reitmehring nach Edling anpacken.
Aus der Bürgerschaft kam auch noch die Anregung zur Asphaltierung der Straße von Allmannsberg nach Bruck.