Wasserburg – Hoch ragt die Drehleiter in den Himmel über Wasserburg: Stolz zeigen die Männer der Freiwilligen Feuerwehr ihre neuen Errungenschaften. Das Löschfahrzeug LF 10 ist schon seit Wochen im Besitz der Feuerwehrler, die riesige Drehleiter komplettiert seit Dienstagabend die technische Ausrüstung.
Bürgermeister Michael Kölbl und sein Stellvertreter Werner Gartner nahmen am Mittwoch die roten Kolosse selbst in Augenschein – mit Vergnügen stiegen sie für ein Foto in den Rettungskorb. Bis in eine Höhe von 32 Meter kann der gehievt werden – ein Erlebnis, das den Gästen freilich erspart blieb. Das lebensrettende Gerät hat seinen Preis: „Für diese beiden Fahrzeuge gibt die Stadt Wasserburg mehr als eine Million Euro aus“, sagte Kölbl. „Die Rechnung werden wir demnächst kriegen.“ Die Drehleiter kostet nach Angaben der Stadt 684000 Euro, wobei der Freistaat mit 247000 Euro und der Landkreis mit 135000 Euro beteiligt sind. Auch die Kosten für das LF 10 (348000 Euro) – das Vorgängermodell ist in die Jahre gekommen – muss die Stadt nicht allein schultern: Dafür gibt es einen Zuschuss von 70000 Euro. Kommandant Georg Schmaderer pflichtete der Feststellung bei, dass Wasserburg damit ein Stück sicherer geworden ist. „Ich fühl’ mich super mit den neuen Fahrzeugen.“ Acht seiner Kameraden haben bereits die Schulung absolviert. Auch in Attel wird kräftig in die Feuerwehr investiert. Im Frühjahr erhält sie ein neues Fahrzeug. Die Anschaffung der Drehleiter sieht Kölbl auf jeden Fall als gerechtfertigt an, allein schon in finanzieller Hinsicht. „Nach 20 Jahren wäre für die alte Leiter ein großer Kundendienst fällig gewesen, der etwa 100000 Euro gekostet hätte.“ Außerdem ist das neue Modell, dessen Arm abgewinkelt werden kann, besser zu manövrieren. Gerade im Altstadtbereich sei das von Bedeutung, betonte der Bürgermeister. Rettungseinsätze, auch über Dächer hinweg, würden so erleichtert. Zudem habe der alte Rettungskorb gerade 90 Kilogramm tragen können, der neue schafft 500 Kilo.
Und wie oft wird das teure Gerät zum Einsatz kommen? Laut Kommandant Schmaderer gibt es pro Jahr rund 150 Alarme im Stadtgebiet und in der Umgebung, bei etwa einem Drittel werde die Leiter angefordert. „Wenn sich ein Menschenleben retten lässt, hat sich die Investition auf jeden Fall bereits gelohnt“, betonte Kölbl. Ausdrücklich lobte er die Floriansjünger, die mit großer Begeisterung ihren Job machten. „Die sind mit viel Engagement dabei.“