Leserforum

Von der Einkaufs- zur Museumsstadt

von Redaktion

Zum Artikel „Initiative der SPD-Fraktion: Klimanotstand für Wasserburg ausgerufen“ (Lokalteil):

Die Stadt Wasserburg ist als Stadt, in der man gut einkaufen kann, im Umland sehr beliebt. Doch die Stadträte befassen sich in letzter Zeit mit sonderlichen Anträgen, die mich zu einer visionären Zukunftsbetrachtung anregten. Autos in der Stadt sind schlecht. Also Parkplätze wegnehmen und für Fahrräder reservieren, Durchfahrtsstraßen sperren. Auch Heizschwammerl vor Lokalen sind schlecht, die Leute sollen sich wärmer anziehen. Die zeitlich begrenzte Eisbahn ist schlecht, warum sollen sich hier Leute vergnügen. Lange Öffnungszeiten von Gaststätten sind schlecht, die Leute sollen heimgehen. Weil nun alles getan wird, Einkaufswillige und Besucher aus der Stadt fernzuhalten, bleiben die Geschäfte und Lokale leer und die Straßen einsam. Also wird die Stadt für den Verkehr ganz gesperrt. Straßen und Plätze sind für Begrünungen vorgesehen. Die weniger werdenden Bewohner sind nur noch für die Dekoration vorhanden, die Geschäfte dienen als Schauräume, um zu sehen, wie es früher war. Der Bürgermeister achtet von seinem Dienstfenster aus darauf, dass niemand zu schnell durch die Stadt läuft wegen des schlechten Abluftausstoßes. Und die Bediensteten geben nur noch die Eintrittskarten zur Museumsstadt aus. Das Museumsdepot muss nicht mehr gebaut werden, da die Gegenstände in der Innenstadt zur Besichtigung verteilt werden können.

Jedes Haus muss so viele Fahrradparkplätze einrichten, wie Bewohner da sind. Bei zu wenig Platz sind Aufhängevorrichtungen für Fahrräder an der Wand zu installieren. Da Autos nicht mehr erlaubt sind, werden die nicht mehr benötigten Garagen in Fahrradwerkstätten umgewandelt. Und der Strom, den bekommt man nur noch durch den Betrieb von Fahrraddynamos. Das alles passiert unter dem Thema „Klimanotstand Wasserburg“. Gut, dass das alles nur ein schlechter Traum von mir ist, oder ?

Josef Treml

Wasserburg

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