Ärger um Eisspeedway

von Redaktion

Stadt: keine Genehmigung für das Event

Wasserburg – Die Wasserburger Eislaufbahn ist ein großer Publikumserfolg. Doch eine Veranstaltung, im Flyer zum Rahmenprogramm offiziell angekündigt, darf in der geplanten Form wohl nicht stattfinden: Für den Eisspeedwayversuch am 27. Dezember liegt nach Angaben der Stadt keine Genehmigung vor.

Die wird es auch nachträglich nicht geben, teilte gestern Bürgermeister Michael Kölbl auf Anfrage der Wasserburger Zeitung mit. Bei der gestrigen Dienstbesprechung der Amtsleiter mit den Fraktionsvorsitzenden bekräftigten nach Kölbls Angaben alle Teilnehmer unisono, was schon der Haupt- und Finanzausschuss nicht öffentlich beschlossen habe: Nein zum Eisspeedfahren auf der Eisfläche am Rathaus. Zu laut, zu unsicher auf der kleinen Fläche: Die Veranstaltung passt hier nicht hin, findet die Stadt.

Der Bürgermeister wundert sich,i dass das Event überhaupt im Flyer aufgetaucht ist. Denn eine Genehmigung hierfür sei von den Veranstaltern – dem Wirtschaftsförderungsverband Wasserburg (WFV), der den Betrieb der Eisbahn an die Firma SAS übergeben hatte – nicht beantragt worden. Der Stadt liege nur ein Antrag auf Errichtung einer Eislaufbahn und auf Durchführung einer Vorsilvesterparty schriftlich vor. Der Genehmigungsbescheid der Stadt weise außerdem ausdrücklich darauf hin, dass die Eislaufbahn nicht befahren werden dürfe, Geräte oder Fahrzeuge, die keinen Bezug zum Schlittschuhlaufen hätten, seien nicht erlaubt.

Fahren dürfen die Stars der Eisspeedszene, der deutsche Meister Markus Jell und die Vizeweltmeisterin Celina Liebmann, laut Stadtverwaltung also nicht, dafür aber ihre Motorräder vorstellen und auch Autogramme geben, teilt der Bürgermeister mit.

Moritz Hasselt, Vorsitzender des Wirtschaftsförderungsverbandes, kann die Aufregung um den Eisspeedwayversuch nicht verstehen. „Wir reden hier von sieben bis acht Minuten Show auf dem Eis, eine Runde, mehr nicht“. Es würden auch keine Rennen gefahren, „das geht auf der zehn mal 30 Meter kleinen Eisfläche gar nicht.“ Hasselt räumt ein, dass die Veranstaltung im Flyer vielleicht etwas zu werblich dargestellt worden sei, sodass der Eindruck eines spektakulären Auftritts entstanden sei. Jetzt hofft der WFV, dass die Unstimmigkeiten rund um die Genehmigung noch aus der Welt geräumt werden können. Denn die Verträge rund um das Event sind längst gemacht. „Wir müssen versuchen, das irgendwie durchzuziehen. Wie gesagt: Das ist eher eine Autogrammstunde als ein Fahren auf dem Eis.“

„Ich gehe Stand heute davon aus, dass die Veranstaltung wie angekündigt stattfinden kann“, beharrt auch Manuel Scheyerl vom Betreiber, der Firma SAS, auf der Durchführung. Bis Freitag vergangener Woche sei er nicht informiert darüber gewesen, dass die Veranstaltung ein Problem darstelle. Hasselt betont, er sei davon ausgegangen, „dass das Programm in Ordnung geht“. Kölbl weist hingegen darauf hin, dass ihm der Flyer nicht zugeleitet worden sei und er erst vor Kurzem „mit Erstaunen“ über das Eisspeed-Event gelesen habe. Hasselt geht dagegen davon aus, dass die Stadt über die Programmdetails informiert war.

Der Ärger um die Veranstaltung sollte nach Meinung von Hasselt und Scheyerl nicht die Erfolgsbilanz der Eislaufbahn trüben. Betreiber Scheyerl: „Unser Angebot ist voll eingeschlagen.“ Sieben Tage in der Woche sei die Eisbahn sehr gut frequentiert – von Schulklassen ebenso wie beim öffentlichen Lauf. Auch Hasselt zieht eine positive Bilanz der neuen Attraktion: „So viele Besucher wie heuer hatten wir noch nie in der Stadt in der Adventszeit.“

Artikel 3 von 11