Leserforum

Dachlandschaft von Wasserburg hat unsere Fürsorge verdient

von Redaktion

Zum Artikel „Klimaschutz: Die Grünen machen ernst“ (Lokalteil):

Klimaschutz und Denkmalschutz sind laut Herrn Stadler von den Grünen gleichwertig zu bewerten. Er plädiert für mehr Genehmigungen von PV-Anlagen auf den Altstadtdächern. Aber wie groß ist denn der Beitrag dieser denkmalgeschützten Flächen zum Klimaschutz überhaupt? Dazu möchte ich die bayerische Staatszeitung zitieren: „Bezogen auf den bayerischen Gesamtgebäudebestand mit rund 8,1 Millionen baulichen Anlagen gibt es weniger als 1,5 Prozent Einzelbaudenkmäler. Nur etwa 2,5 Prozent aller baulichen Anlagen sind vom Ensembleschutz erfasst“.

Wasserburg besitzt eine einzigartige Dachlandschaft. Wenn die Anlagen flächenbündig und nicht einsehbar sein sollen, bleiben in der Altstadt wohl kaum Flächen übrig. Zudem reduziert sich der wirtschaftliche Ertrag bei flachen Fotovoltaikanlangen wegen des ungünstigen Winkels. Verschattung reduziert die Leistung zusätzlich. Stimmt dann überhaupt noch die Gesamt-Ökobilanz? Der Vorstoß der Grünen bringt im Endeffekt wenig, trägt aber zur „Aufweichung“ der Gestaltungssatzung bei. Bei der Novellierung der Satzung vor wenigen Jahren wurde das Problem erörtert und ein tragfähiger Konsens gefunden. Es finden sich sicher effektivere Maßnahmen, wenn es um den Schutz des Klimas geht – und nicht um plakative Forderungen.

Ich hoffe, dass der Stadtrat vor dem Hintergrund der momentanen Klimadiskussion und den Kommunalwahlen nicht Maß und Ziel verliert. Klimaschutz und Denkmalschutz sind gleichwertig, da hat Herr Stadler recht. Also schützen Sie bitte die paar Denkmäler, die stürmische Zeiten wie Krieg, modernen Wohnungsbau und Sanierungen überstanden haben. Die Dachlandschaft von Wasserburg hat unsere Fürsorge verdient.

Jutta Schweiger

Wasserburg

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