„Ohne Ziel ist jeder Wind der falsche“

von Redaktion

Josef Niedermeier will Bürgermeisterin Paffing werden: Zukunft gemeinsamgestalten

Pfaffing – „Ohne Ziel ist jeder Wind der falsche“, sagt Josef Niedermeier aus Pfaffing, der sich für das Amt des Bürgermeisters bewirbt. Nein, Segler sei er nicht, sagt er im Gespräch mit der Wasserburger Zeitung, und lacht. Ihm geht es um ein Leitbild, das er für die Gemeinde entwickeln möchte, wenn er die Kommunalwahl 2020 für sich entscheidet. Der Familienvater gehört den Freien Wählern Forsting und Umgebung an.

Die Kommunalpolitik kennt er von der Pike auf – nicht nur, weil er seit zwölf Jahren Gemeinderat ist, sondern weil sein Vater, Josef senior, das Amt des Gemeindechefs von 1996 bis 2008 inne hatte.

„Von der Zukunft der Gemeinde habe ich eine klare Vorstellung. Deshalb werde ich mit gemeinsam mit den Bürgern für die Entwicklung eines kommunalen Leitbildes einsetzen“, sagt der 50-jährige Diplom-Ingenieur, der den zweiten Bildungsweg absolviert hat, seit 1993 für Software- und Dienstleistungsunternehmen in der Gesundheitsbranche tätig ist und seit 23 Jahren als Führungskraft Teams und Standorte im In- und Ausland leitet.

Mit Zahlen kennt er sich aus. „Ich mag Statistiken, um ein Gefühl zu bekommen, wo man steht, beispielsweise im Vergleich zu anderen Gemeinden. Aber ein Zahlen-Mensch bin ich nicht – sondern eher der Menschen-Mensch.“

Seine berufliche Laufbahn führte ihn für zwei Jahre nach Norwegen und vier Jahre nach Schweden. „Die skandinavische Kultur hat mich geprägt, vor allem das Miteinander, dass man Dinge ausdiskutiert, bevor es zu Entscheidungen kommt. Man braucht aber als Führungskraft auch ein Gefühl dafür, was man im Team diskutieren kann und man darf sich nie für den Schlausten im Raum halten“, erklärt er seinen Stil, zu dem es auch gehöre, den Status quo infrage zu stellen, nach Lösungen und Alternativen zu suchen.

Was ihn in seinem Tun bewegt, ist seinen Angaben zufolge eine Hin-zu-Motivation. Er bewegt sich auf Themen zu, um etwas zu erreichen. Zielorientiert, fokussiert, konzentriert und strukturiert. Typen wie er schöpfen Energie und Begeisterung aus ihren Zielen. So spiegelt es Niedermeier auch sein berufliches Umfeld: Er sei begeisternd, menschlich, umsetzungsstark und innovativ.

Auf Nachfrage zum Thema Führungsstil sagt der Kandidat, „das autoritäre Thema ist heutzutage durch. Das hab ich auch aus meiner Zeit in Skandinavien mitgenommen. Auch wenn Entscheidungsfindungsprozesse länger dauern, wenn man die Menschen beteiligt, so sind sie viel nachhaltiger. Der Mensch ist die wichtigste Komponente, die muss man wertschätzen und miteinander in einen konstruktiven Dialog und ein respektvolles Miteinander treten.“ Sein Motto sei: „Zukunft gemeinsam gestalten“. Wichtig sei ihm außerdem eine realitätsbezogene Alltagspolitik, kommunaler Klimaschutz und die Entwicklung einer nachhaltigen Bürgerkommune. In der Zusammenarbeit mit den Gremien und der Verwaltung will er finanzierbare und moderne Wohnraumkonzepte und neues Bauland anpacken. „Ich will ein ,allengerechtes Wohnen‘“, formuliert er dieses Ziel. Und spricht von Mieten, Miet-Kauf und etwa Mehrgenerationenwohnen.

Die Förderung von Ehrenämtern, Vereinen, Jugendarbeit, des Gewerbes und des landwirtschaftlichen Dialogs sowie der interkommunalen Zusammenarbeit – etwa beim Ausbau von ÖPNV und Radwegenetz – stehen auf seiner Agenda.

Generell möchte er eine soziale, ökologische und mittelstandsfreundliche Gemeindepolitik machen. Weil Ökothemen so wichtig seien, strebe er an, Pfaffing ins Solar-Kataster einzubinden oder etwa bedarfsgerechte E-Ladesäulen zu verwirklichen.

Würden ihn die Wähler auf den Bürgermeisterstuhl heben, sähe sich Josef Niedermeier als überparteilicher Moderator, Vermittler, Ideengeber und Gestalter. „Ich bin niemandem verpflichtet, außer den Bürgern.“ Natürlich wolle er in die Zukunft denken, damit für den Nachwuchs die Betreuung, das schulische Angebot und später die beruflichen Aussichten passen. Auch Arbeitsplätze langfristig zu sichern oder das Leben für die Älteren gestalten, ihnen etwas bieten. Und kulturelles Leben zu fördern, gehöre zwingend dazu.

Mit Blick auf die Jugend stellt er fest, „die Zeit dreht sich, die junge Generation wird wieder politischer“. Gut könnte er sich eine Art Jugendparlament im Ort vorstellen. Als Europäer hätte er für Pfaffing gerne eine Partnergemeinde in der EU. „Man kann voneinander gut lernen und bringt einen anderen Blick mit.“

In seiner Freizeit unternimmt der 50-Jährige gerne etwas mit seinen beiden Buben (acht und zehn Jahre alt). So bauen die drei Männer Baumhäuser, eine Futterkrippe oder mal eine Spielhütte.

Seine Frau Christine ist Wirtschaftsingenieurin und derzeit für die Familie da. „Wenn beide Vollzeit arbeiten, bringt das alle an die Grenzen und die Kinder haben nichts davon.“

Unsere Vorstellung der einzelnen Bürgermeisterkandidaten in dieser Form ist damit beendet.

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