Fröhliche Kinder, die ihre Runden auf dem Eis drehen, Erwachsene, die gut gelaunt mehr schlecht als recht über die glatte Fläche stolpern, erfahrene Eisläufer, die zum Teil spektakuläre Kunststücke zeigen, und Eisstockschützen, die eine wahre Gaudi haben: „Der Wasserburger Wintertraum“ am Rathaus wird seinem Namen gerecht. Eine wirklich zauberhafte Idee des Wirtschaftsförderungsverbandes (WFV).
Im Ehrenamt hat er die zusätzliche Attraktion des Christkindlmarktes auf die Beine gestellt, dabei mutig etwas Neues gewagt – und die Altstadt in der Adventszeit deutlich belebt. Vor allem viele Eltern freuen sich: Sie können heuer in aller Ruhe ihre Weihnachtseinkäufe erledigen oder auf dem Christkindlmarkt einen Glühwein trinken, weil die Kinder auf der Eisbahn gut aufgehoben sind.
Trotzdem müssen die WFV-Vertreter und Veranstalter viel Kritik einstecken: Künstlich hergestelltes Eis passe nicht in die Zeit, heißt es vor allem auch angesichts der Tatsache, dass Wasserburg den Klimanotstand ausgerufen hat. Die hitzige Diskussion um die Umweltbilanz der Eisbahn nimmt untragbare Ausmaße an: In aller Öffentlichkeit werden die Initiatoren beschimpft. Auch Stadträte, die die Veranstaltung mehrheitlich befürwortet hatten, sehen sich an den Pranger gestellt. Doch auch in Zeiten der Klimaschutzdebatten muss es noch erlaubt sein, eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, die Energie benötigt. Mit Verboten und No-fun-Geboten wird die Welt nicht gerettet. Das führt nur zu Frustration und zu einer „Sch…-egal-Gegenprotest-Stimmung“.
Den Kritikern der Eisbahn spielt jedoch leider ein Event im ansonsten sehr gut gewählten Rahmenprogramm in die Karten: der Eisspeedwayversuch am 27. Dezember. Der Auftritt der Stars in dieser actionreichen, lauten Sportart auf der kleinen Eisfläche in der Herrengasse passt nicht in die Adventszeit. Aufheulende Motoren und Gas geben: Das erinnert eher an Disney World als an einen „Wintertraum“.