Wasserburg – Entsetzt hat Rainer Dachs, Zweiter Präsident des Inn-Isar-Racing-Teams, auf die Tatsache reagiert, dass es Genehmigungsprobleme rund um die Speedway-Veranstaltung am 27. Dezember auf der Wasserburger Eisbahn gibt. Im Interview macht er deutlich, dass es bei dem Event in erster Linie um die Förderung der Jugendarbeit geht.
Was genau haben Sie auf dem Eis geplant und was ist das Ziel Ihrer Veranstaltung?
Leider haben wir erfahren, dass die Präsentation für unseren in Wasserburg ansässigen, gemeinnützigen Verein auf der Kippe steht. Für den bereits genehmigten Präsentationstag haben wir viel Geld und Zeit für Werbung investiert und sogar international geworben: für die Region und vor allem für Wasserburg. Die schon längst geladenen Sponsoren und Unterstützer – es wäre alles hinfällig. Mit der geplanten Aktion wollen wir vor allem unser Team, unseren Verein und die Jugend fördern. Auf der aufgestellten Eisbahn können wir unseren deutschen Meister Markus Jell vorstellen, der wegen seiner hervorragenden Jugendarbeit vor etwa drei Wochen zum DMV- Sportler des Jahres 2019 gewählt wurde. Er wird ein paar wenige Runden im Standgas auf dem Eis ablegen. Dann stellt sich unser holländischer Jugend-Fahrer Bart Schaap vor – und auch die Vize-Weltmeisterin aus Kalteneck, Celina Liebmann. Es werden also weder Rennen noch irgendwelche gefährliche Aktionen gestartet. Der Tag ist bereits versichert, sodass hier auch alles safe ist. Der Moderator wird die Fahrer einzeln vorstellen sowie den Verein. Die Fahrzeit bleibt bei etwa zehn Minuten aller geplanten Maschinen und Runden, Kart, Cross und Eisspeedway. Wir werden live in den sozialen Netzwerken berichten. Ziel ist es vor allem, den Sport in allen Facetten zu präsentieren und jungen Menschen nahe zu bringen. Zum ersten Mal in der Öffentlichkeit präsentieren wir unsere komplette Jugendgruppe mit deren Maschinen. Einige Fernsehsender haben bereits Bereitschaft signalisiert, an diesem Tag in Wasserburg zu drehen. Auch wird an diesem Nachmittag der Stadionsprecher, welcher die Motorrad-Speedway- und Eisspeedway-Veranstaltungen in Deutschland moderiert, anwesend sein. Günther Korn hat sich dafür ehrenamtlich bereit erklärt. Es wurden bereits Lose und Preise für die Tombola gekauft.
Sie können den Vorwurf, das Eisspeedway-Event in der Altstadt sei zu laut und passe nicht in die Jahreszeit, nicht nachvollziehen?
Es handelt sich hierbei um kein Rennen oder dergleichen, sondern vielmehr um die Präsentation der Maschinen und deren Fahrer. Klar, es werden die Motoren kurzzeitig gestartet. Unsere Planung war, dass einzelne Fahrer ein paar Runden mit geringem Tempo auf der Eisfläche drehen. Den Termin am 27. Dezember haben wir aus mehreren Gründen gewählt. Der wichtigste Punkt war uns, hier nicht in der vorweihnachtlichen Stimmung Lärm zu machen. Einen Tag später findet die Vorsilvesterparty statt, sodass wir davon ausgehen, niemanden weiter zu belästigen oder zu verärgern. Außerdem ist das Event nachmittags und nicht abends.
Wie kann die Kuh noch vom Eis gebracht, also die Veranstaltung in ihrer geplanten Form gerettet werden?
Wir hoffen noch auf positive Resonanz der Verantwortlichen und stellen uns jeglicher, womöglich offener Fragen. Wir haben eigens für die Veranstaltung die vom Weltverband für Motorräder bestellte Umweltschutzbeauftragte, Katrin Jäger, engagiert, die ehrenamtlich für den ordnungsgemäßen Ablauf sorgt. Uns ist bewusst, dass nicht alle Parteien dafür sein werden, jedoch appellieren wir an alle Kritiker, zu bedenken, dass wir hier hauptsächlich den Sport in der Region und die Jugendförderung in den Fokus stellen wollen. Interview: Heike Duczek