St. Wolfgang – Das Vermächtnis des kritischen Gemeinderates Rupert Numberger wird fortgeführt. Eine eigene Wählervereinigung „Entwicklung Gemeinsam“ hatte Numberger kurz vor der Kommunalwahl 2014 gegründet. Der Mühlberger Bio-Landwirt war 27 Jahre im St. Wolfganger Gemeinderat (größtenteils für die SPD) und im August 2017 unerwartet mit 59 Jahren verstorben.
In seinem Sinne wird die Wählergemeinschaft fortgeführt; sie hat nun eine Kandidatenliste für die kommende Kommunalwahl aufgestellt. Ein Bürgermeisterkandidat stand nicht zur Diskussion. Numberger war 2014 nach den Wahlen noch gemeinsam mit Birgit Eberl in den Gemeinderat eingezogen, die nun die Aufstellungsversammlung im Gasthaus in Klaus zusammen mit ihrem Vater Markus Eberl leitete. Der war für Numberger nachgerückt. Birgit Eberl musste aus beruflichen Gründen im August 2017 ausscheiden. Für sie rückte Landwirt Anton Brandl nach.
Das Interesse, sich für ein kommunales Ehrenamt bei „Entwicklung Gemeinsam“ zu engagieren, sei „a bisserl spärlich“, meinte Listensprecher Markus Eberl in der Versammlung. Knapp zwanzig Besucher waren gekommen, 16 Kandidaten galt es für den Gemeinderat zu finden.
Brandl sagte eine weitere Kandidatur aus persönlichen Gründen und Arbeitsbelastungen auf seinem Hof ab. „Ich wäre dabei gewesen“, versicherte Birgit Eberl, die durfte aber nicht, da sie in München wohnt. Am Ende einer Diskussion fanden sich sechs Kandidaten.
Eine Besucherin hatte vor der Wahl bedauert, dass keine Frauen gekommen seien. Das sei bei der Wahl ein Nachteil, denn die Hälfte der Wähler seien schließlich Frauen. Angeregt wurde eine Versammlungsverschiebung, um noch mal speziell Frauen zur Kandidatur zu motivieren. Die Kritik, man habe zu wenig Werbung gemacht, wurde nicht gesehen. Eberl sagte, es sei öffentlich eingeladen und auch persönlich Leute angesprochen worden. Wenn dann nicht mehr kommen und sich interessieren, könne man halt nichts machen, bedauerte Eberl. Eine Abstimmung über eine Verschiebung wurde mit 5:9 Stimmen abgelehnt.
Kleine Opposition
wäre das Ziel
Eberl hatte erklärt, er habe sich verpflichtet gefühlt, das Erbe Numbergers weiterzuführen. „Entwicklung Gemeinsam“ stehe weiter für eine offene, transparente Gemeinderatspolitik. Ziele seinen die Verbesserung von Nahverkehrsverbindungen, etwa zum Dorfener Bahnhof, Schaffung von bezahlbarem Bauland und wohnortnahen Arbeitsplätzen, moderates Wachstum, umweltschonender Umgang mit der Natur, der Erhalt der Feuerwehren und Daseinsvorsorgeeinrichtungen. „Gut“ fand man, wenn „Entwicklung Gemeinsam“ wieder mit zwei Leuten im Gemeinderat als „kleine Opposition“ vertreten wäre. Bei der Aufstellung der Liste (siehe Infobox) wurde eine Mehrfachnennung beschlossen.