Wasserburg – Kugelstoßen und Stabhochspringen ist in Wasserburg dank dem Altstadt-Event heiß angesagt. Die erfolgreichen Fußballer und Basketballdamen sind sportliche Vorbilder. Und auch sonst sind die Wasserburger etwa beim Lauf für das Mehrgenerationenhaus aktiv. Eine Sanierung der Badria-Sportanlage soll nun für noch bessere Trainingsbedingungen sorgen. Die Maßnahme ist nicht ganz billig, wie Anfang Oktober bekannt wurde: Über 1,2 Millionen Gesamtkosten, allein das Flutlicht kostet knappe 300000 Euro.
Da kam diese Schenkung gerade recht – und sie ist auch noch ein echter Hingucker: Die haushohen Skulpturen „Traumtänzer“ schmücken nun den Hof der Mittelschule. Das Kunstwerk stand jahrelang im Atrium eines Bürokomplexes in München und war da wegen Umbau nicht mehr erwünscht. Die Künstlerin Angelika Binegger-Hörl nahm ihre Figuren und schenkte sie prompt der Stadt, der sie aufgrund verwandtschaftlicher Beziehungen und Freundschaften zum Kunstverein AK 68 nahestand. In Wasserburg fand man, der Vorplatz der frisch sanierten Mittelschule wäre doch ein idealer Standort.
Disko „Uni“ erlebt
Renaissance
Der eine geht, die andere kommt zurück: Ralph Hölting wird zum Jahresende nach 23 Jahren als Leiter den Jugendtreff Innsekt verlassen. Mit der Disco „Universum“ kehrt dagegen eine Legende wieder. In den 90er- und 2000er-Jahren war das „Uni“ feste Anlaufstelle im Wasserburger Nachtleben, musste aber aus Brandschutzgründen 2015 schließen. Nach langer Sanierung und Suche nach einem Betreiber öffnete die Disco unter dem neuen Namen „Nachtarena“.
Hartnäckig zeigten sich auch die Befürworter der Reaktivierung der Altstadtbahn. Nachdem der Verwaltungsgerichtshof in München die Klage gegen die Stilllegung im Juli abgewiesen hatte, fiel jetzt die Entscheidung, vor die höchste Instanz zu gehen: das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Ein Termin für die Verhandlung steht aber noch nicht fest.
Eltern der Naturkinder
in Sorge
In der Burgau sorgten sich Eltern der „Naturkinder“ um die Zukunft der Betreuungseinrichtung. Auslöser dafür ist der freistaatliche Zuschuss von 100 Euro, der an Eltern bezahlt wird, deren Kinder ab drei Jahren in Kitas gehen. Die Waldgruppe „Naturkinder“ ist aber eine Großtagespflegeeinrichtung, in der sich ausgebildete Tagesmütter und -väter zusammengeschlossen haben. Für solch eine Art der Betreuung gibt es den Zuschuss nicht. Wegen der finanziellen Benachteiligung befürchten die Eltern nun eine Schließung der Gruppe. Die Stadt hat abgelehnt, ihrerseits eine finanzielle Zuzahlung zu leisten. Hier müsse der Freistaat das Gesetz nachjustieren.
Wasserburg-Pass
wird eingeführt
Da hilft auch der Wasserburg-Pass nicht, der in 2020 kommen soll. Er ist trotzdem eine gute Sache. Der Nachfolger des Familienpasses gewährt Vergünstigungen für städtische Angebote und Veranstaltungen – nicht mehr nur für Familien und Alleinerziehende, sondern für alle Bürger mit geringem Einkommen.
Es geht immer noch besser – das finden die Mitglieder des Wasserburger Stadtrates auch in Sachen Reitmehringer Bahnübergang. Im Planentwurf waren bereits einige Forderungen der Anwohner wie zum Beispiel ein besserer Lärmschutz umgesetzt. In einer Stellungnahme zur ersten Tektur wurden Forderungen nach einer Reduzierung der Flächenversiegelung eingearbeitet. Außerdem müsse in Sachen Verkehrssicherheit für Radfahrer noch nachgebessert werden, hieß es aus dem Rathaus.
Erstmals eine
Eislaufbahn
Eigentlich eine tolle Idee ist es, was bereits im Sommer angekündigt wurde: Zum Wasserburger Christkindlmarkt soll es eine Eislauffläche in der Herrengasse geben. Doch nun, als die Weihnachtszeit näher rückte, kam auch erste Kritik auf: „klimapolitischer Irrsinn“ war da zum Beispiel in der Altstadt-Bürgerversammlung zu hören. Brisant ist die Eisfläche insbesondere, weil man erst in September in Wasserburg offiziell den Klimanotstand ausgerufen hatte. Die Betreiber betonten, dass man den Energieverbrauch in Relation zu den Besuchern bewerten und für die Zukunft auch mal eine Kunststoffeisbahn besichtigen wolle. Und, dass die Stadtwerke Wasserburg für das Eismachen reinen klimaneutrale Ökostrom lieferten. Klimadebatte hin oder her – bei den Besuchern war die Eisfläche ein voller Erfolg.
Gewächshäuser
weichen Feuerwehr
Die Eisfläche sorgt noch bis zum 6. Januar für einen ziemlich ungewohnten Anblick mitten in der Altstadt. Ebenfalls eine ganz neue Ansicht bot zum Jahresende das Areal hinter dem Bahnhof. Wo früher die großen Gewächshäuser der Gärtnerei Hirneiß standen, ist plötzlich viel Platz. Der Traditionsbetrieb geht nur noch mit zwei kleinen Gewächshäusern weiter – einen Großteil der Fläche hat die Stadt gekauft. Dort soll das neue Feuerwehrhaus entstehen.
Anfang Dezember, der Christkindlmarkt lief auf Hochtouren, kam im Rathaus das Thema Verkehr in der Altstadt noch einmal auf die Tagesordnung. In einer Bauausschusssitzung wurden drei Lösungsvorschläge vorgestellt, darunter auch eine Variante als reine Fußgängerzone in der Hofstatt. Nach einer Klausur will der Stadtrat Ende März/Anfang April endgültig entscheiden.
Erstmals autofreier Tag
– am 22.9.2020
In Sachen Klimaschutz hauten die Wasserburger Grünen zum Jahresende noch einmal so richtig auf die Pauke. Im Bauausschuss stellten sie Anträge auf größere PV-Anlagen (wurde im Stadtrat vertagt), auf die Teilnahme am internationalen autofreien Tag am 22. September (wird 2020 einmalig getestet), auf eine Stellplatzsatzung für Fahrräder (wurde im Stadtrat abgelehnt) und auf ein Verbot von Heizstrahlern außer für Buden- oder Standlbetreiber (wurde beschlossen).
Vorsilvesterparty ein
großer Erfolg
Damit ging auch in Wasserburg die stade Zeit an. Für viele ist Weihnachten ja das Fest des Genusses. Doch was macht man, wenn man gar kein Geld für Essen hat? Zum Glück gibt es da die Wasserburger Tafel, die Lebensmittel an Bedürftige verteilt. Die Einrichtung wird im nächsten Jahr von einem neuen Führungsduo geleitet: Jeanette Kampshoff und Renate Steinbichler übernehmen die Verantwortung von Elke Pawelski, die die Tafel 16 Jahre geführt hat und nun umgezogen ist.
Nach der besinnlichen Zeit dufte dann wieder gefeiert werden. Zum Jahreswechsel gab es heuer ein neues Event: Bereits am 28. Dezember war erstmals eine Vorsilvesterparty mit Livemusik und Lasershow.