„Mit einem lachenden und einem weinenden Auge“

von Redaktion

Im Archiv und Museum viel gelernt: Wissenschaftliche Mitarbeiterin Franziska Honer verlässt Wasserburg

Wasserburg – Den Blick über den Inn hinweg, wenn die Fassaden im hellen Sonnenlicht leuchten, wird sie vermissen. Franziska Honer, die für einige Zeit im Stadtarchiv in der Kellerstraße gearbeitet hat, genoss jedes Mal die Silhouette: „Einfach toll.“ Doch ihre Zeit in Wasserburg neigt sich dem Ende entgegen: Nach zweieinhalb Jahren verlässt die studierte Historikerin die Stadt, wo sie im Frühjahr 2017 als wissenschaftliche Volontärin am Museum anfing. Im neuen Jahr nimmt die 27-Jährige eine Stelle als Kulturreferentin in Neu-Ulm an, wo sie vier kleine Kreismuseen betreut und die Kulturarbeit koordiniert. „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt die gebürtige Münchnerin. „Ich freue mich auf den neuen Job, aber hier war es echt schön, die Kollegen waren alle supernett.“ Ihre Erfahrungen will sie in ihrer neuen Position einbringen.

Vor allem war die wissenschaftliche Mitarbeiterin im Heimatmuseum tätig, wo sie Projekte entwickelt und betreut hat. So hat sie auch Geflüchteten die Schätze im Haus nähergebracht. „Das war eine wunderschöne Zeit hier, ich habe viel gelernt und viel machen dürfen. Vielleicht mehr als Volontäre in anderen Häusern.“ Viel Lob habe es von den Besuchern gegeben. „Fast jeder hat was gefunden, was ihn fasziniert hat.“ Und was bleibt für sie selber als Highlight in Erinnerung? Da muss die junge Frau gar nicht lange überlegen: „Das ist das Haus, ein mittelalterlicher Altstadtbau, der historisch gewachsen ist.“

In den Ausstellungsräumen haben es ihr die alten Wandmalereien besonders angetan oder auch die liebevoll eingerichtete Küche. Amüsant fand sie das Plumpsklo in der Reihe. Wichtig war ihr, dass es über eine interaktive Präsentation ein Feedback mit dem Publikum gab. „Dann weiß man, ob die Infos, die man gibt, von Interesse sind oder nicht.“ Viele Besucher seien zudem beeindruckt gewesen, wie groß das Museum ist. Die Sonderausstellungen waren unterschiedlich gut besucht. „Die Plätzchen oder die Spiele haben viele angelockt.“ Exponate von Künstlern zogen dagegen nur ein kleineres Publikum an.

Mitgearbeitet hat Franziska Honer zudem beim Online-Lexikon der Stadt, hat dafür selber zwei Beiträge über prominente Wasserburger verfasst – über den Maler Ludwig Weninger und den legendären Arzt Dr. Wilhelm Kulhanek. Gut möglich, dass sie auch von Neu-Ulm aus mit Wasserburg zu tun hat – dann nämlich, wenn im Rahmen eines Bavarikon-Projekts das alte Archiv der Stadt digitalisiert wird. Bavarikon ist das Internetportal des Freistaats Bayern zur Präsentation von Kunst-, Kultur- und Wissensschätzen. „Auf jeden Fall kann ich mir gut vorstellen, immer mal wieder hierher zu kommen“, sagt Franziska Honer. win

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