Rocker auf Dach, Löwen in Bayernliga

von Redaktion

Jahresrückblick der Wasserburger Zeitung: das Stadtgeschehen von April bis Juni

Wasserburg – Nein, kein Aprilscherz! Da standen wirklich Rockmusiker mit ihren Gitarren auf dem Dach eines Hofstatt-Hauses und spielten den Beatles-Song „Hey Jude“. Zum Auftakt der „musikalischen Samstage“ lockte das „Rooftop-Konzert“ der Band „Mardi Gras“ zahlreiche Zuhörer in die Hofstatt.

Der erste April schenkte dafür strahlendes Frühlingswetter. Am Abend wurde es dafür ganz still und dunkel in Wasserburg: Wie weltweit in vielen Städten gingen auch in der Innstadt bei der „Earth Hour“ als Zeichen für den Klimaschutz die Lichter aus. Zum Ende hin zeigte sich der April dann wieder frostig. Beim Georgimarkt in der Altstadt waren bei den Besuchern wieder Jacken und Regenschirm angesagt.

Der Watschnbaum
fällt schneller

Aber das Schmuddelwetter ist doch kein Grund, aggressiv zu werden! Zwar ist Wasserburg eine recht sichere Stadt, doch bei so manch einem fällt der Watschnbaum heute schneller um als früher.

Das zeigte sich zumindest bei der Kriminalitätsstatistik, die Anfang Mai vorgestellt wurde. Die Straftaten sind demnach weniger geworden, doch die Gewaltbereitschaft habe zugenommen. 1375 Straftaten gab es in 2018 in Wasserburg, davon konnten 73,8 Prozent aufgeklärt werden. Allerdings: Dass der Aufzug im Rathaus schon wieder defekt war, dagegen konnte auch die Polizei nichts tun.

200 Kinder und
Jugendliche auf Demo

Ganz friedlich wiederum ging die erste „Fridays for Future“-Demo in Wasserburg vonstatten. 200 Kinder, Jugendliche und Erwachsene gingen für Umwelt- und Klimaschutz auf die Straße. Sie wird es freuen, dass es in der Stadt bald noch mehr Blühwiesen geben soll. Auf Antrag der SPD und des Bürgerforums werden bienenfreundliche Flächen an der Hermann-Schlittgen-straße, in der Burgau beim Hesseweiher und zwischen Mozart- und Innstraße angelegt.

Für ein soziales Miteinander waren die Wasserburger kurze Zeit später sportlich aktiv. Bereits zum zehnten Mal fiel der Startschuss für den Wasserburger Lauf des Mehrgenerationenhauses. Beim Jubiläumslauf machten 480 Sportler mit und spendeten für einen guten Zweck. Jakob Heindl und Petra Pommer waren die Schnellsten.

Hohe Sprünge, weit
fliegende Kugeln

Nicht „schneller“, sondern „höher“ und „weiter“ war kurz darauf die Maßgabe. Beim Wasserburger Altstadtspringen, das zum zweiten Mal in der Herrengasse stattfand, trafen sich Sportinteressierte und Topathleten aus nah und fern.

Turmfalken kriegen
2. Mal Nachwuchs

Dieses Mal ging es nicht nur um hohe Sprünge mit dem Stab, sondern auch um weit fliegende Kugeln: Ein hochkarätiger Kugelstoßwettbewerb ergänzte die Stabhochsprung-Disziplin. Die Vorfreude auf sportliche Höchstleistungen und ein buntes Rahmenprogramm zog zahlreiche Zuschauer trotz Kälte und Regen in die Altstadt. Die Kugelstoßer konnten noch ihr Bestes zeigen, der Hauptwettbewerb der Stabhochspringer musste aus Sicherheitsgründen wegen der Rutschgefahr um 17 Uhr abgesagt werden.

Während auf dem Parkplatz vor der Kläranlage am Inn ein Container in Flammen aufging – keine Bange, es war zum Glück nur eine Übung der Feuerwehren – schlummerten im Turm der Frauenkirche ganz friedlich kleine Federknäuel: Das Turmfalkenpaar hat bereits zum zweiten Mal Nachwuchs bekommen.

Kurze Aufregung gab es allerdings, als sich eines der Falkenkinder in einem Taubennetz verhedderte. Ein Kleintierretter der Feuerwehr konnte es retten.

Rettung vor der Platznot kündigte sich im Bildungszentrum der Sozialverwaltung an. Das Sozialministerium hat die Pläne für einen Ausbau gebilligt. Vier Hörsäle, eine Mensa und 66 Einzelzimmer sollen unter anderem entstehen.

1200 Teilnehmer und
250 Böllerschützen

Als das „Fest der Veränderungen“ wurde es angekündigt: Dementsprechend gab es beim Frühlingsfest zahlreiche Neuerungen. Los ging es bereits am Donnerstag mit einem Festzug, der sich gewaschen hat: 1200 Teilnehmer, 250 Böllerschützen, sechs Kapellen, sechs Kutschen und zwei Dutzend Oldtimer waren dabei. Kein Tropfen Regen fiel – alleine deswegen hat sich schon die Vorverlegung um einen Tag gelohnt. Weitere Neuheiten: Der Festplatz war neu angeordnet und es gab erstmals eine zweistöckige „Wiesn-Alm“.

Inn stand so hoch wie
lange nicht mehr

Weniger neu dagegen ist Hochwasser in Wasserburg. Fünf Meter – so hoch stand der Inn schon lange nicht mehr. Diejenigen, die oft am Innweg spazierengehen oder laufen, bekommen Hochwasser als erste zu spüren. Viele der Wege sind dann gesperrt. So auch diesmal. Meldestufe zwei hielt aber nicht lange an, schon einen Tag später sank der Pegel wieder. Bei dem verheerenden Hochwasser im August 2005 stand das Wasser bei einer Marke von 7,19 Metern.

Fünf Aufstiege in
Folge für Löwen

Dieses dramatische Ereignis hat Michael Kölbl bereits als Bürgermeister der Stadt erlebt. Er befindet sich in seiner dritten Amtszeit, bei der letzten Wahl hat er über 80 Prozent der Stimmen bekommen. Nun will der SPD-ler bei der Kommunalwahl 2020 auch für eine vierte Amtsperiode kandidieren. Der 57-jährige Volljurist ist Wasserburger voller Leidenschaft: „Ich mag, ja, ich kann sagen, ich liebe diese Stadt“, sagt er.

Zwar gibt es im Job als Bürgermeister sicher auch unliebsame Aufgaben. Diese war aber sichtlich erfreulich: Ende Juni lud der Rathauschef die Fußballer des TSV 1880 Wasserburg zur Ehrung ein. Die „Löwen“ haben eine echte Sensation geschafft. In einem grandiosen Durchmarsch sind sie mit fünf Aufstiegen in Folge in die Bayernliga geklettert.

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