„Die Geschenke werden kleiner“

von Redaktion

Vor 25 Jahren in der Wasserburger Zeitung: Geschäfte klagen über fehlenden Umsatz

Wasserburg – Die Wasserburger zeigen sich bei den diesjährigen Geschenken wenig konsumfreudig, viele Geschäfte klagen über fehlenden Umsatz in der Vorweihnachtszeit. Und. Verpackungsmüll landet nach dem Fest trotzdem genügend an der Wertstoffsammelstelle – richtig getrennt wird dabei nicht immer.

So unterschiedlich wie die Wünsche der Kinder an das Christkind, so verschieden die Erfahrungen der Wasserburger Geschäftsleute zum Weihnachtsfest. „Katastrophal“ ist die klare Aussage zum Weihnachtsgeschäft im Sporthaus Enziger, wo das fehlende Winterwetter in diesem Jahr eine große Rolle spielt. „Sehr zufrieden“ ist man in einer Parfümerie, auch die klassischen Weihnachtsgeschenke, wie wertvolles Glas oder Porzellan, laufen wie immer. Insgesamt prägt jedoch Zurückhaltung das Verhalten der Konsumenten vor allem bei teuren Anschaffungen. Während früher, so Manfred Gerer vom Wirtschaftsförderungsverband, schon im November das Weihnachtsgeschäft angelaufen und mit dem Kathreinsmarkt auf Hochtouren gekommen sei, verzeichnet er den schlechtesten November seit vielen Jahren. Die Leute hätten nicht mehr so viel Geld und gäben es auch nicht mehr so locker aus: „Die Geschenke werden kleiner.“

Verpackungen
im Restmüll

Weihnachtszeit – Verpackungszeit. Auf die Wertstoffsammelstelle kommt wieder viel Arbeit zu. Leider auch auf die Müllfahrzeuge: Immer noch landet ein nicht unbedeutender Teil der Verpackungen im Restmüll. Bernhard Schachner, der Müll-Sachbearbeiter der Stadt, hätte noch ein paar Tipps, wie die Wasserburger die Umwelt schonen könnten – und langfristig auch ihren Geldbeutel, denn: „Alles, was im Restmüll landet, kostet letztlich doppelt Geld.“ Seit Einführung des „Grünen Punktes“, mit dem die Entsorgungsgebühren für Verpackungen gleich beim Einkaufen kassiert werden, müssten eigentlich alle Verbraucher schon aus Eigeninteresse darauf achten, dass diese Verpackungen nicht im Restmüll landen, wo sie noch einmal Gebühren kosten. In Wasserburg funktioniert das auch besser als in vielen anderen Gemeinden, doch einige Lücken gibt es noch.

Vor allem beim Aluminium liegt das Ergebnis deutlich unter der Quote, die eigentlich erfüllt werden müsste. Dabei wichtig: Metallbeschichtete Folien, die gerade zu Weihnachten als Geschenkpapier recht beliebt sind, fallen nicht unter Alu. Bürgermeister Dr. Geiger ist deshalb in seiner Weihnachtsempfehlung kompromisslos: „Beschichtetes Papier einfach nicht verwenden.“

Weitere Meldungen in der Woche vom 9. bis zum 15. Dezember 1994:

Neuwied – Einen kuriosen Trend hat der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe beklagt: Immer mehr arbeitslose Ärzte drängten als Pfleger in Krankenhäuser und Heime, so Geschäftsführer Rolf Höfert. Ärzte seien aber als Pfleger weder qualifiziert noch geeignet. Der seit Jahren beklagte Pflegenotstand, der sich derzeit in 200 000 unbesetzten Stellen ausdrücke, könne so keinesfalls behoben werden. Inzwischen seien rund 4500 Ärzte, die in ihrem Beruf keine Stelle gefunden hätten, als Pfleger eingestellt worden.

Moskau – Die Moskauer Stadtverwaltung hat damit begonnen, Butter zu rationieren. Künftig erhalten die Einwohner der russischen Hauptstadt nur noch 350 Gramm pro Einkauf. Die Buttervorräte in Moskauer Geschäften waren geschrumpft, nachdem Bewohner des Umlandes in Scharen zum Butterkauf in die Hauptstadt gekommen waren. Im Umland waren die Preise für das Molkereiprodukt um 18 Prozent gestiegen.

Luxemburg – Der Champagner hat im Etikettenstreit mit seinen Schaumweinkonkurrenten aus anderen Regionen der Europäischen Union endgültig gesiegt. Laut einem Beschluss des Europäischen Gerichtshofs dürfen Schaumweine, die nicht aus dem französischen Anbaugebiet Champagne stammen, künftig weder die Bezeichnungen „Champagnerverfahren“ noch „Methode Champagnoise“ tragen.

München – In fast allen deutschen Wohnungen duftet es derzeit wieder nach festlichem Gebäck: In 77,5 Prozent aller Haushalt wird nach einer Wickert-Umfrage selbst gebacken. Die Gründe für die enorm große Freude am Backen sind nach Aussagen der Meinungsforscher vielschichtig. Viele erfreuen sich an dem durch die Räume ziehenden Duft, der sie an ihre Kindheit erinnert. Häufig genannt wird auch, dass die Familie statt in den Fernseher nun zur Abwechslung mal in die Backröhre schaut.

Neu Delhi – Für Touristendevisen unternehmen indische Tourismusplaner offenbar wirklich alles: Das weltberühmte Taj Mahal im nordindischen Agra soll demnächst nachts von künstlichem Vollmondlicht beschienen werden, weil das vor allem Fotografen so lieben. Dem aus weißen Marmor gebauten „Denkmal der Liebe“ werde die allnächtliche Dauerbeleuchtung nicht schaden – alle ultravioletten Strahlen würden sorgfältig von einem neu entwickelten Filtersystem absorbiert.

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