Sind die Gickerl zu laut?

von Redaktion

Albachinger Gemeinderat beschäftigt sich mit Hühnerstall

Albaching – Mit einem Hühnerstall beschäftige sich der Albachinger Gemeinderat unter anderem in seiner Sitzung. Ein Nachbar hatte sich über „Lärmbelästigung in den Morgenstunden“ beschwert.

Einen bestehenden Rinderstall abbrechen und drei Wohneinheiten einbauen möchte ein Antragsteller im Albachinger Ortsteil Thal. Zwei Wohneinheiten sollen im Erdgeschoss entstehen und eine im Obergeschoss, erläuterte der Zweite Bürgermeister Rudolf Schreyer (GWA). Nachdem der Rat die baurechtlichen Vorgaben als erfüllt ansah, stimmte er geschlossen zu. Rat August Seidinger junior (GWA) meinte abschließend, er finde es „begrüßenswert“, wenn vorhandene Gebäude auf diese Weise noch genutzt werden.

Verwunderung über
zwei Bauanträge

Etwas verwundert nahm der Rat zwei Bauanträge aus dem Ortsteil Kalteneck zur Kenntnis, zu denen die Gebäude bereits bestehen. Das Landratsamt fordere eine nachträgliche Genehmigung und wünsche nun eine Stellungnahme des Gemeinderats hierzu.

Im ersten Tagesordnungspunkt ging es um eine Maschinenhalle. Den Bauzeitpunkt konnten die Gemeinderäte nicht bestimmen. Bürgermeister Franz Sanftl (GWA) vermutete, dass die Halle zur Zeit der dort noch aktiv betriebenen Landwirtschaft errichtet worden sei. In diesem Fall sei das Vorhaben genehmigungsfrei gewesen. Verwaltungsleiter Christian Thomas stellte fest, dass der Gemeinderat nun sein Einverständnis zu diesem Bauwerk erklären könne, dieses hiermit aber noch nicht genehmigt sei. Rechtlich gesehen könnte man vom Eigentümer nicht verlangen, den Bau abzureißen, nur weil die Landwirtschaft mittlerweile aufgegeben worden sei. „Dann müsste man etliche Austragshäuser abreißen“, so Thomas weiter. Gemeinderat Jakob Sewald (GWA) erzählte von seiner Beobachtung, wonach die Halle immer von landwirtschaftlichen Fahrzeugen genutzt worden sei und die Beendigung der Landwirtschaft noch nicht allzu lange her sein könne.

Rat Sebastian Friesinger (GWA) wollte der Beschlussfassung keine Begründung hinzufügen. Seidinger verstand nicht, warum dieses Gebäude mit der damaligen genehmigungsfreien Baumöglichkeit jetzt überhaupt zum Thema geworden sei. Alle Räte erteilten im Beschluss ihr Einvernehmen. Das letzte Wort hierzu hat nun das Landratsamt.

Der zweite Tagesordnungspunkt betraf ebenfalls bereits bestehende Kleintierställe für die Hühnerhaltung auf demselben Flurstück. Thomas stellte fest, dass ein solches Vorhaben im Außenbereich grundsätzlich genehmigungspflichtig sei. Zu den Hintergründen konnte Helmut Maier (GWA) berichten: Ein Nachbar habe sich wegen „ziemlicher Lärmbelästigung in den Morgenstunden“ beschwert, die vermutlich auf das lautstarke Krähen zurückzuführen sei. Das Grundproblem hier sei also wohl die Lärmbelästigung. Obwohl man sich auf dem Land befinde, müsse man seiner Meinung nach „auch auf den Nachbarschutz achten“. „Ob es „so viele Gickerl sein müssen“, fand Bürgermeister Sanftl (GWA) fraglich. Und Bernhard Mayer (GWA) sah die Stallung „eher kritisch“ wegen der „fehlenden Privilegierung“. Jessica Vital-Robarge fragte, ob bei einem Neuantrag die Immissionen geprüft würden. Dazu konnte Thomas keine Aussage treffen, da er die „Zahl der Gickerl und Hühner“ nicht kenne und dies auch davon abhänge. Mit drei Gegenstimmen erteilten die Räte ihr Einvernehmen, der Hinweis zu den Immissionen wurde mit in die Beschlussfassung aufgenommen.

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