Wasserburg – Nicht reibungslos ist die Kandidatenkür der Freien Wähler Reitmehring-Wasserburg für die Kommunalwahlen über die Bühne gegangen. Erheblichen Unmut gab es über die Art und Weise, wie der Listenvorschlag entstanden sei. In der Diskussion fielen Worte wie „Mauscheleien“ und „Erpressung“.
Mangelnde Transparenz kritisiert
Der Grund: Bei der Aufstellung der Liste sollen Kandidaten Druck ausgeübt haben, damit die Position eins nach ihrem Geschmack besetzt wird. Wenn nicht, würden sie nicht antreten, sollen Kandidaten, die anonym blieben, angekündigt haben. Mehr Transparenz wurde in diesem Zusammenhang eingefordert, das sei eine Frage der Glaubwürdigkeit und der Ehrlichkeit, hieß es.
Auch Dr. Hermann Budenhofer äußerte sich kritisch und beklagte die seiner Ansicht nach mangelnde und falsche Information. Letztlich gab es unter der Wahlleitung des FW-Kreisvorsitzenden Sepp Hofer aber eine Mehrheit für das Spitzenquartett Hans Bubb, Dr. Ursula Winkler-Budenhofer, Dr. Hermann Budenhofer und Josef Baumann als Kandidaten für den Stadtrat.
Die beiden altgedienten Stadträte Baumann und Budenhofer wollen also weiter an vorderster Front in der Kommunalpolitik mitmischen, Budenhofer ist seit 30 Jahren im Gremium, Baumann seit 36 Jahren. Der Landwirt Baumann hofft bei der Wahl im März auf einen weiteren Sitz für die FW Reitmehring-Wasserburg, die dem bayerischen Landesverband der Freien Wähler angehören. Am Rande der Zusammenkunft wies Baumann mit Blick auf die Kandidaten auf eine starke Verjüngung des personellen Angebots hin. „Wir bieten dem Wähler einen interessanten Querschnitt an und haben auch sehr viele Frauen, die antreten.“
Auch in anderer Hinsicht gestaltete sich die Kandidaturkür holprig. Erika Obwexer wollte sich partout nicht mehr zu einer Kandidatur überreden lassen und Peter Marcher lehnte es ab, sich auf der Liste höher platzieren zu lassen.
Ganz oben auf dem Programm stehen für die FW unter anderem die Verkehrssituation in der Altstadt und das Problem des Standorts für Schule und Feuerwehr in Reitmehring. „Das müssen wir lösen.“ Baumann vermisst zudem schmerzlich einen Bürgersaal in dem Wasserburger Ortsteil. Auch der Parkplatzmangel am Bahnhof müsse angegangen werden. Scharfe Kritik übte Baumann an der von der SPD initiierten Ausrufung des Klimanotstands für Wasserburg. „Wir haben uns doch auf kommunale Themen zu konzentrieren!“
Bei der Vorstellung der 24 Kandidaten sprach Hans Bubb von sich als „eigentlich unbeschriebenes Blatt“. Doch er sei motiviert für den Stadtrat. Der 45-Jährige wies auf die Petition für den Bahnübergang Viehhausen hin, die er auf den Weg gebracht habe. „Das war für mich die Initialzündung“, nannter als Grund, sich weiter kommunalpolitisch zu engagieren. Ursula Winkler-Budenhofer betonte ihr bürgerschaftliches Engagement und ihre Absicht, im Stadtrat „etwas für das Allgemeinwohl zu machen“.
Hans Bubb
führt die Liste an
Große Einmütigkeit gab es für den Plan, die Freien Wähler/Reitmehring-Wasserburg künftig als Verein zu führen. Damit sollen der alleinige Anspruch auf die Bezeichnung „Freie Wähler“ leichter durchgesetzt und Verwechslungen vermieden werden.