Ehrenamt am Limit – bleibt die Solidarität auf der Strecke? Das war das Thema der BR-Sendung „Jetzt red i“ am Mittwochabend in der Badria-Halle. Auf dem Podium saßen die Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) und die Fußballlegende Paul Breitner, der sich seit Jahren bei der Münchner Tafel engagiert. Etliche der 130 geladenen Gäste nutzten in der Arena die Gelegenheit, ihre Erfahrungen mit ehrenamtlicher Tätigkeit einzubringen. Über 45 Minuten entspannte sich eine ernsthafte und dennoch muntere Diskussion, einfühlsam moderiert von Tilmann Schöberl. Ein Thema: Die Feuerwehr wird bei ihren Einsätzen immer wieder von rücksichtslosen Autofahrern behindert. „Deppen gibt’s halt überall“, bemerkte ein Wasserburger Feuerwehrler. Ilse Aigner sagte, viele Menschen wüssten nicht, dass fast alle Feuerwehren in Bayern ehrenamtlich tätig sind. Und Breitner empörte sich über den „egoistischen Trip in unserem Land“. Die Altersarmut, das Wegwerfen von noch verzehrbaren Lebensmitteln, die Überlastung der Tafeln, die ausufernde Bürokratie, die den Ehrenamtlichen das Leben schwer macht: Auch diese Probleme kamen zur Sprache. Breitner regte an, dass es ehrenamtlichen Helfern erlaubt werden soll, den öffentlichen Nahverkehr umsonst zu benutzen. „Das wäre ein Dankeschön an sie.“ Monika Rieger, Koordinatorin des Wasserburger Patenprojekts Asyl, kritisierte die Hemmnisse, mit denen junge Migranten nach Ende ihrer Ausbildung konfrontiert würden. Und Stadträtin Friederike Kayser-Büker schilderte die nach ihrem Eindruck um sich greifende Missachtung für ehrenamtliche Arbeit und die Tatsache, dass auch Kommunalpolitiker immer häufiger Opfer von Beleidigungen und Angriffen werden. „Schön war’s“, sagte Schöberl am Ende, „eine außergewöhnlich muntere Diskussion.“ Fotos Weithofer