Wasserburg – Ja, is denn schon Fasching? Bei der Weihnachtsfeier des Stadtrates, musikalisch umrahmt von der Stadtkapelle, ging es auf jeden Fall so närrisch zu, dass Kommunalpolitiker, Verwaltungsspitze mit Sitzungsdienst sowie Ehrengäste viel zu lachen hatten.
Den humoristischen Reigen eröffnete Bürgermeister Michael Kölbl, der ein anstrengendes, extrem arbeitsreiches Jahr 2019 im Rathaus Revue passieren ließ – und feststellte, dass es seit einigen Wochen zusätzlich eine Flut von Anträgen der Fraktionen zu bewältigen gibt. Doch Michael Kölbl zeigte sich zuversichtlich, dass eine Spontanheilung am 16. März der „Antrageritis“ und Profilneurosen ein Ende bereiten wird.
Sein Stellvertreter Werner Gartner lief in seinem alljährlichen Sketch zur Hochform auf: Als Tagesschausprecher verlas er einen aktuellen Polizeibericht aus Wasserburg, in dem zahlreiche lokale Persönlichkeiten aus der Stadtpolitik eine unrühmliche Rolle spielten, weil sie im Wettkampf um die beste Weihnachtsbeleuchtung – angesichts des vom Stadtrat ausgerufenen Klimanotstandes natürlich mit Ökostrom – Wasserburg elektrisch lahmgelegt hatten. Auch die Ehrengäste bekamen ihr Fett weg – und nahmen`s mit Humor.
Den brauchte auch Stadtrat Sepp Baumann, der bewies, dass er gut über sich selbst lachen kann: Gartner taufte den „selbsternannten Landrat“ angesichts seines rustikalen Politikstils und seiner angeblichen Neigung, Reitmehring von Wasserburg abzusprengen, zum „Rexit Jo“ um. Baumann erhielt angesichts seines Mottos „Reitmehring first“ sogar eine neue Haarfrisur, die an einen gewissen Boris Johnson erinnert.
Stadtrat Norbert Buortesch bereicherte den Abend mit einem Gedicht des „Oekolausi“ – und sorgte damit für einen besinnlichen Abschluss. Buortesch Appell, das immer schneller rasende Karussell Erde für ein paar stade Tage auszubremsen oder gar einen Neuanfang zu wagen, fand Gehör.