Enttäuscht über die St. Wolfganger Politik

von Redaktion

Wählergruppe Gatterberg und Freie Wählergemeinschaft Schönbrunn stellten gemeinsame Liste ohne Bürgermeisterkandidat auf

St. Wolfgang – Auch die St. Wolfganger Landlistengruppierung Wählergruppe Gatterberg/Freie Wählergemeinschaft Schönbrunn startet ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten in die Kommunalwahlen im März. Im vollen Saal des neuen Bürger- und Vereinsheims in Schönbrunn wurde eine Liste mit 16 Kandidaten aufgestellt. Die beiden aktiven Gemeinderäte der Gruppe, Anton Daumoser junior und Vizebürgermeister Konrad Bernhard, waren damit „sehr zufrieden“. Auf der Liste kandidierten Junge und Alte, vier Frauen und insgesamt ein guter Querschnitt der Bevölkerung.

Wahlberichtigt waren in der Versammlung 57 Besucher aus beiden Ortsbereichen. Das wertete Daumoser „als ein Zeichen, dass die Leute an Politik interessiert sind“. Der Landwirt forderte, die Leute sollen sich einbringen“. Politik müsse „von unten nach oben“ getragen und dabei auch die eigene Meinung „nach oben vertreten“ werden.

Daumoser blickte auch kurz zurück auf die ablaufende Gemeinderatsperiode. Das neue Vereinsheim habe sich bereits bewährt und werde vielfältig und rege genützt. Lange habe man dieses Projekt im Gemeinderat gefordert und lange habe es auch gedauert, bis es zur Realisierung gekommen sei, erinnerte Daumoser. Nötig war dies, weil’s am Ort jahrelang keinen öffentlichen Versammlungsort mehr gab, nachdem das Gasthaus geschlossen hatte. Von der Gemeinde habe man beim Vereinsheimprojekt „mehr oder weniger Unterstützung bekommen“. Da hätten sich die Verantwortlichen aus Schönbrunn „mehr erwartet“.

In Schönbrunn sei seit Jahren der Bedarf an Bauplätzen bekannt. Viele junge Leute wollten am Ort bleiben, sagte Daumoser. Ein Baugebiet habe man immer wieder gefordert. Da werde man dranbleiben, auch im neuen Gemeinderat. Die Bürger seien inzwischen „total enttäuscht“, wurde Daumoser deutlich. Ein Areal am westlichen Ortseingang sei schon lange geplant, liege aber auf Eis. Die Bauwilligen würden dadurch „täglich 100 Euro verlieren“. Dass nichts vorwärts gehe, liege längst nicht mehr an den Grundstücksinhabern, sonders an der Gemeinde, die blockiere, zeigte sich Daumoser überzeugt. Der Vizebürgermeister ergänzte: „Wir haben viel probiert, aber wir kommen nicht durch“.

Großer Bedarf für ein neues Baugebiet

Es gehe nicht richtig vorwärts in der Gemeinde, kritisierte Daumoser weiter. Er nannte das Wohnungsprojekt altes Schulhaus in Schönbrunn, die Verwertung des ehemaligen Brauereigeländes in St. Wolfgang oder den Dorfplatz Lappach. „Der Traum von uns allen wäre, wenn sich noch ein Bürgermeisterkandidat melden würde – schade, dass es keinen Gegenkandidaten gibt“. Gaigl ist bisher der einzige Bewerber. Die eigenen Wahlziele sollen demnächst erarbeitet werden.

Bei der Wahl wurde beschlossen, dass der Kandidat mit den meisten Stimmen beider Ortsgruppen Listenführer wird. Die weiteren Bewerber wurden abwechselnd der Ortszugehörigkeit und Stimmenzahl gesetzt. Die Wahl fand unter Leitung von Jakob Mühlhuber statt.

Die Liste der Wählergruppe Gatterberg/Freie Wählergemeinschaft Schönbrunn

Die Kandidatenliste im Überblick: 1. Franz Göschl , 43 Jahre, Landwirt 2; Konrad Bernhard, 57, technischer Angestellter; 3. Markus Mühlhuber, 25, Feinwerkmechanikermeister; 4. Anton Daumoser junior, 53, Landwirt; 5. Angelika Holzner, 42, Bankangestellte; 6. Andreas Pflügl, 38, Prokurist; 7. Franz Gerlmaier, 50, Spengler; 8. Robert Grundner, 52, Teamleiter Flugzeugabfertiger; 9. Margret Göschl, 44, Landwirtin; Verwaltungsangestellte, 10. Johann Brand junior, 41, Prokurist; 11. Robert Göschl, 49, Molkereifachmann; 12. Christoph Knollhuber, 36, Entwicklungsingenieur; 13. Michael Göschl junior, 53, Angestellter Molkerei Lebensmittelproduktion; 14. Franz Grundner junior, 41, Angestellter im Zimmereibetrieb; 15. Lisa Grundner, 30, Schreinerangestellte; 16. Andreas Rott , 40, Landwirt.

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