Wasserburg – Es ist die große Schau der Wasserburger Kleintierzüchter: Am kommenden Wochenende laden sie wieder zu ihrer Ausstellung im Parkhaus in der Überfuhrstraße ein. Am Sonntag kommt der traditionsreiche Taubenmarkt hinzu. Doch dessen Zukunft ist in Gefahr.
„Zu sehen sind in diesem Jahr Kaninchen, Hühner, Enten, Fasane und viele andere Tiere“, sagt Mario Rosbigalla, Schriftführer des Vereins. Die Zahl der Vögel liegt bei 310, dazu kommen 130 Kaninchen. „Mehr als letztes Jahr“, betont er. Dabei sind die Auflagen für die Züchter – zum Beispiel die Pflicht, eine amtstierärztliche Bescheinigung vorzulegen – vom Veterinäramt Rosenheim keineswegs gelockert worden.
Seit 2016 in der Abwärtsspirale
Beim Taubenmarkt setze sich deshalb der Rückgang weiter fort. „Seit 2016 sind wir in einer Abwärtsspirale“, beklagt Rosbigalla. Bis Mitte der Woche hätten sich gerade einmal 24 Verkäufer mit 600 Tieren gemeldet. Deren Zahl ist stark rückläufig – vor allem wegen der Auflagen und der daraus resultierenden Kosten. In den vergangenen Jahren seien noch mehr als 40 Verkäufer mit 1200 Tieren gekommen. „Vor zehn Jahren haben wir noch 12000 Tiere dagehabt“, so Rosbigalla.
Er befürchtet das Ende des Taubenmarkts, den es seit 1878 gibt. Er galt einmal als das größte der Welt: In den besten Jahren kamen die Züchter bis aus Griechenland nach Wasserburg: 50000 Tiere brachten sie mit. In den 1980er- und 1990er-Jahren kamen jährlich um die 10000 Besucher. Zu dieser Zeit hatte sich der Markt im Karree zwischen Färbergasse, Schustergasse, Hofstatt und Ledererzeile auf einen Großteil der Altstadt ausgebreitet, erinnert das Stadtarchiv. Heute sind es aufgrund der den grenzüberschreitenden Transport einschränkenden Bestimmungen in der Regel nur noch deutsche Züchter, die am Markt teilnehmen.
2016 verlegten die Wasserburger Kleintierzüchter den Standort komplett in das Parkhaus Überfuhrstraße, unter freiem Himmel darf der Markt nicht mehr stattfinden.
„Wer ihn noch erleben will, ist gut beraten, in diesem Jahr hinzugehen“, sagt Rosbigalla. Die Anbieter würden sich mittlerweile neue Vertriebswege suchen. „Es wird unkontrolliert im Internet verkauft“, beklagt er.