Wasserburg – Eine Karriere in einem Autohaus, in der Lebensmittelindustrie oder doch lieber beim Staat? Am Mittwochabend präsentierten sich beim Berufsorientierungabend der Realschule Wasserburg 89 Unternehmen aus der Region, um den rund 350 Schülerinnen und Schüler der Klassen acht bis zehn Orientierungshilfe bei der Wahl des richtigen Jobs zu geben. Auch viele Väter und Mütter informierten sich an den Ständen. Das Café Deliano war genauso vertreten wie das kbo-Inn-Salzach-Klinikum, das Wasserburger Pharmaunternehmen Recipharm oder die Firma Heidenhain. „Wir bilden aus für einen Zukunftsberuf“, sagte der junge Mann am Stand des Traunreuter Unternehmens, das elektronische Geräte herstellt.
Die Bundesagentur für Arbeit zeigte Präsenz, die Bundeswehr, die Firma Summerer Technologies aus Schechen und auch das Amt für Ländliche Entwicklung Oberbayern. Ein Steuerberater aus Babensham warb ebenfalls um Auszubildende. Auffallend viele scharten sich um die Aldi-Vertretung. Die jungen Leute sind begehrt, so der Eindruck bei einem Rundgang durch die drei Stockwerke des Schulgebäudes.
Sorgen, bei der Stellensuche leer auszugehen, muss sich wohl keiner machen. „Wir würden gern noch mehr ausbilden“, sagte etwa Gerti Grill, Vertreterin des Autohauses Reisinger. Mechatroniker würden dringend gebraucht. Der Beruf sei sehr abwechslungsreich, da werde man nicht mehr schmutzig. Auch bei anderen Firmen war von einem Bewerbermangel die Rede. Geboten ist daher Werbung in eigener Sache. „Das ist ein sehr wichtiges Podium für uns“, hieß es am Stand des Wasserburger Kunststoffherstellers rkw. Anders sieht es beim Hotellerie- und Gastronomiebetrieb des Klosters Seeon aus, dort kann man über fehlenden Nachwuchs nicht klagen: „Die Leute arbeiten alle sehr gerne bei uns und wir bilden sehr gerne aus.“
Großes Interesse für
den Polizeiberuf
Schulleiter Markus Hösl-Liebig zeigte sich hochzufrieden mit der Informationsschau, er sieht in ihr eine Chance, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. „Das ist ein wesentlicher Grund, weshalb wir das machen, vor allem auch in Verbindung mit dem Arbeitskreis Schule-Wirtschaft. Wir stehen in einem guten Austausch mit den Firmen.“
Großes Interesse fand auch der Stand der Polizei, vor allem von Schülerinnen war er umlagert. „Man muss sportlich sein, das find ich gut, und die Arbeit ist sehr vielseitig“, so der Eindruck der 14-jährigen Maria. Ihre 15 Jahre alte Freundin pflichtet ihr bei. Zuvor hatte den beiden Mädchen die Polizistin Maria Römersberger (36), früher selbst Schülerin an der Realschule, von den Vorzügen des Berufs erzählt.
Elmar Effertz informierte sich zusammen mit seinem Sohn Philipp – er ist in der achten Klasse – über das Berufsangebot. „Uns ist von einem Unternehmen geraten worden, ein Schnupperpraktikum zu machen. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Der Berufsorientierungsabend ist auf jeden Fall super“, sagte er. Für Valentin (15), der zusammen mit seiner Mutter Petra Bichler die Stände besuchte, steht fest: Er will einen Bürojob. „Aber ich weiß noch nicht, was ich machen will, deshalb ist die Ausstellung für mich ganz hilfreich.“