Rott/Ramerberg/Griesstätt – Wird es noch eine Planänderung beim Bau der Grund- und Mittelschule in Rott geben? Bei der jüngsten Sitzung des Mittelschulverbandes in Rott berichtete Bürgermeister Marinus Schaber (Bürger für Rott) über Schwierigkeiten mit dem Brandschutz, die eventuell dazu führen könnten, dass die Baupläne noch einmal umgeworfen werden müssten. Am morgigen Donnerstag tagt ab 19 Uhr der Gemeinderat in Rott. Er wird entscheiden, ob die neue Schule, die Schüler aus Rott, Ramerberg und Griesstätt unterrichten soll, in einem Stück gebaut wird oder wie bisher geplant in zwei Abschnitten.
Bisher sah der Plan folgendermaßen aus: Heuer im Frühjahr sollte mit dem ersten Abbruch und in den Sommerferien der Neubau begonnen werden. Die Grund- und Mittelschule sollte in zwei Bauabschnitten entstehen. Die Fertigstellung war für Ende 2022 geplant. Zwischenzeitlich müssten Grund- und Mittelschüler – je nach Abschnitt – in Container umziehen, so die bisherige Planung.
35000 Euro investieren?
Nun hätten sich allerdings Probleme ergeben, erläuterte Schaber bei der Versammlung des Mittelschulverbandes. Das hänge mit der alten Grundschule zusammen. Sie sollte während der ersten Bauphase noch von einigen Schülern genutzt werden. Doch nun scheint alles anders zu kommen: Gutachter fanden heraus, dass es in dieser Schule keine Rauchabschnitte gibt. „Die sind seit dem Jahr 1960 vorgeschrieben“, wundert sich Schaber, „aber bisher hat niemand danach gefragt und so sind sie auch in den vergangenen 60 Jahren nicht eingebaut worden.“
Das soll nun aber anders werden. Weil der Gutachter persönlich haften würde, wenn tatsächlich ein Schadensfall eintreten sollte, erklärt Schaber weiter, müsste der Gutachter jetzt auf den Einbau der erforderlichen Türen bestehen. Diese Baumaßnahme würde 35000 Euro kosten, kündigte Schaber an. „Dann reißen wir doch lieber alles auf einmal ab und stocken die Containeranlage auf“, schlug er vor. Schon im nächsten Satz gab er jedoch zu bedenken, dass eine Entscheidung tatsächlich nicht leicht falle. „Ich bin noch ganz unschlüssig, was der bessere Weg wäre“, machte er deutlich. „In Euro lässt sich das schwer sagen, was teurer oder günstiger wird“, stellte er klar. Die Phase bis zum Baubeginn würde sich zwar verlängern, aber gebaut könnte wahrscheinlich schneller werden. Da sei noch viel abzuwägen.
Peter Perfler von der Bauabteilung der Verwaltung Rott erläutert, dass sich durch den bisher geplanten Teilabriss die neue Fluchtwegsituation in der Grundschule ergeben würde. Die Umrüstung sei mit Mehrkosten verbunden, aber ob sich daraus ableiten ließe, dass die gesamten Baupläne umgeworfen werden sollten, müsse er „zum Glück“ nicht entscheiden. Das lasse sich ganz schwer an Zahlen oder Kosten festmachen, bestätigt er. Doch in einem Punkt ist er sich ganz sicher: „Wir wären mit Sicherheit ein Jahr früher fertig, wenn wir gleich in einem bauen würden.“ Sollte es zu einem Komplettabbruch nach den Sommerferien kommen, dann müssten demnächst mehr Container aufgestellt werden. „Das würde mit Sicherheit eine dreistöckige Anlage“, vermutet er.