Mühldorf – Der Orkan „Sabine“ zog zwar über Deutschland, doch bleiben die Schäden Gott sei Dank überschaubar. Der Sturm erreichte in Oberbayern Windgeschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde. Das ist zwar Orkanstärke, aber nicht extrem. In der Reihenfolge der stärksten Stürme reichte es für Sturm Sabine damit für den sechsten Platz.
Spitzenreiter bleibt den Angaben der Versicherungswirtschaft zufolge „Kyrill“ aus dem Jahr 2007 mit versicherten Schäden von mehr als drei Milliarden Euro, gefolgt von „Jeanette“ (2002) und „Friederike“ (2018). Die Schäden von „Sabine“ werden von der Versicherungswirtschaft mit 600 Millionen Euro deutschlandweit beziffert.
Größten Schaden durch Kyrill
Der Landkreis Mühldorf ist bis auf einige wenige Schäden ziemlich glimpflich davon gekommen. Schwere Schäden waren nicht zu registrieren. Wie es in den heimischen Wäldern aussieht, wollten die OVB-Heimatzeitungen vom Töginger Forstamt wissen.
„Der Sturm ,Sabine‘ hat im Landkreis Mühldorf zwar spürbare, aber insgesamt keine katastrophalen Schäden im Wald angerichtet. Überwiegend wurden einzelne oder jeweils wenige Bäume entwurzelt oder gebrochen, größerflächige Schäden traten nur ganz vereinzelt auf, im Eigelwald war dies der Fall. Insgesamt schätzen wir den Schadholzanfall im Landkreis Mühldorf auf etwa 25000 Festmeter, davon über 90 Prozent Nadelbäume, vor allem Fichten“, erklärt Forstdirektor Dr. Martin Kennel.
Die größte Gefahr besteht jetzt darin, dass vereinzelt angefallene Schadhölzer, vor allem Fichten, von den Waldbesitzern nicht bemerkt und nicht rechtzeitig vor Beginn des Borkenkäferflugs im Frühjahr aus dem Wald entfernt werden.
Solche übersehenen Schadbäume bilden dann gefährliche Ansatzpunkte für eine weitere Massenvermehrung des Borkenkäfers. „Alle Waldbesitzer sollten deshalb jetzt dringend ihre Wälder auf Sturm geschädigte Bäume kontrollieren und vor allem Fichten schnellstmöglich aus dem Wald entfernen“, sagte Dr. Kennel.
Deutliche regionale Unterschiede
Im Regierungsbezirk Oberbayern sind rund 400000 Festmeter an Schadholz gemeldet. Am stärksten betroffen ist mit rund 140000 Festmetern der Landkreis Passau. (Im Vergleich: Der Sturm „Kolle“ hatte hier 2017 mehr als die zehnfache Menge an Schadholz hinterlassen.
„Abschließend lässt sich sagen, Sturmtief „Sabine“ hat in Bayerns Wäldern zwar überall Bäume umgeworfen, aber in Summe weniger Schäden als befürchtet angerichtet.
Das Sturmtief hat nach aktuellen Schätzungen in Bayern rund 1,8 Millionen Festmeter Schadholz verursacht, mit deutlichen regionalen Unterschieden.
Schadensschwerpunkte liegen im südlichen Allgäu und im südöstlichen Niederbayern“, erklärte Alexandra Graf-Wintersberger vom bayerischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten.