Albaching/Amerang/Griesstätt/ Obing/Pfaffing/Ramerberg/ Rott/Schnaitsee/Schonstett/ Soyen – Der Wahlkuchen ist verteilt und in mancher Gemeinde im Wasserburger Umland sorgt das Ergebnis für ganz neue Verhältnisse. In Griesstätt ist „nur“ der Bürgermeister geblieben. Robert Aßmus wurde als Parteiloser im Amt bestätigt. Beim Gemeinderat gab es jedoch ein großes Stühlerücken. Vor sechs Jahren drängelten sich noch die Parteien CSU, SPD mit den Parteifreien um die Gunst der Wähler. Bei der aktuellen Wahl konkurrierten Grüne (zwei Sitze), Bürger für Griesstätt (vier Sitze) und die Gruppierung „Gemeinsam für unsere Gemeinde“ (acht Sitze). Aßmus freut sich auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Team.
Emotionen kochen
hoch in Ramerberg
In Ramerberg gibt es aus anderen Gründen viel zu tun: Bürgermeister Georg Gäch (Neue Ramerberger Liste/Freie Wähler) wurde nach zehn Jahren abgewählt. Sein Kontrahent Manfred Reithmeier (UWR) wird der neue Bürgermeister. Er konnte 53,8 Prozent der Stimmen auf sich ziehen. Die Wahlbeteiligung lag bei über 80 Prozent. 472 Wähler stimmten für den neuen Bürgermeister, 405 für Gäch. So eng die beiden Kontrahenten auch bei der erreichten Stimmenzahl beieinanderliegen, so weit sind sie doch inhaltlich voneinander entfernt. Der Wahlkampf gestaltete sich emotionsreich, es gab Vorwürfe und Anschuldigungen (wir berichteten). Gäch kündigte in einem ersten Statement am Wahlabend an, dass er sein Gemeinderatsmandat nicht wahrnehmen werde. In dem Gremium werden künftig sechs Vertreter der Neuen Ramerberger Liste/Freie Wählergemeinschaft Ramerberg sechs Vertretern der Unabhängigen Wähler Ramerberg gegenübersitzen. Den Wahlkuchen haben sie sich diesmal geteilt. Jetzt muss er ihnen nur noch schmecken. Man wird sehen, wie sie ihn verdauen.
In Rott sind künftig – genau wie bisher – vier Gruppierungen im Gemeinderat vertreten. CSU, SPD, Bürger für Rott und Rotter Forum werden sich auch künftig einigen müssen. Daniel Wendrock (Bürger für Rott/SPD) wird ihnen als neuer Bürgermeister zur Seite stehen. Sein Vorgänger Marinus Schaber kandidierte heuer nicht mehr.
Technische Probleme
in Schnaitsee
In Schnaitsee erhielt die Umweltinitiative auf Anhieb zwei Mandate. Doch bevor der Wahlkuchen verteilt werden konnte, gab es technische Probleme: War vor sechs Jahren noch jede Minute nach 18 Uhr mit knisternder Spannung gefüllt, wurde an diesem Wahlsonntag der Aufenthalt im Rathaus zum quälenden Warten auf Ergebnisse. Technische Probleme sorgten dafür, dass erst nach 22 Uhr die ersten Zahlen zu den Gemeinderatswahlen durchsickerten.
Auch erst verhältnismäßig spät wurde das Ergebnis der Bürgermeisterwahl durchgegeben. Auf den einzigen Kandidaten, den amtierenden Rathauschef Thomas Schmidinger, entfielen 87,5 Prozent der Stimmen.
Erst nach 22 Uhr trudelten erste Zahlen ein, die sich nach und nach verfestigten. Damit kam die offene CSU-Liste auf 53,29 (acht Sitze), die Überparteiliche Wählergemeinschaft auf 36,1 (sechs Sitze) und die erstmals angetretene Umweltinitiative auf 10,61 Prozent. Damit ergatterte die Gruppe zwei Mandate für den Gemeinderat. Listenführerin Maria Dirnaichner und Rosina Maron vertreten in den nächsten sechs Jahren diese Gruppe. Der Frauenanteil hat sich im Schnaitseer Gemeinderat stark erhöht. Während bisher nur zwei Politikerinnen dabei waren, werden in Zukunft sechs Gemeinderätinnen ihre Stimmen in den Gemeinderat miteinbringen.
In Pfaffing teilen sich wieder vier Wählergruppierungen mit lautmalerisch schönen Namen die 16 Sitze im Gemeinderat genau auf. Die Überparteiliche Wählergemeinschaft Pfaffing verlor einen Sitz, die Unabhängige Bürgergemeinschaft Pfaffing bekam einen hinzu, die Freie Wählergemeinschaft Farrach-Rettenbach und die Freien Wähler Forsting und Umgebung blieben bei ihren vier Sitzen. Josef Niedermeier (FW) wurde zum neuen Bürgermeister gewählt. Er tritt die Nachfolge von Lorenz Ostermaier (FW) an.
In Soyen kommt
Farbe ins Spiel
In Soyen erreichte die Gemeinsame Wählerliste bei der Gemeinderatswahl 76,11 Prozent. Beide Bürgermeisterkandidaten stammen von dieser Liste, wenn auch der unterlegene Martin Krieg für seine Kandidatur eine eigene Liste „Ideen für Soyen“ zur Bürgermeisterkandidatur aufstellen musste. Thomas Weber erzielte 56,9 Prozent der Stimmen und wurde neuer Bürgermeister von Soyen. Er löst Karl Fischberger ab.
Im Gemeinderat wird’s künftig ein wenig bunter: War vor sechs Jahren noch die Gemeinsame Wählerliste mit 99,1 Prozent allein im Gemeinderat vertreten, wird’s jetzt bunter: Die Bunte Liste Soyen erreichte bei der Wahl am vergangenen Sonntag 23,9 Prozent und wird künftig mit drei Sitzen im Entscheidungsgremium der Gemeinde vertreten sein.
99,5 Prozent für
Wählerliste Albaching
In Albaching herrschen ganz eindeutige Verhältnisse: 99,5 Prozent erzielte die Gemeinsame Wählerliste Albaching und sicherte sich bis auf ein paar ganz kleine Krümel den großen Wahlkuchen – seit 12 Jahren läuft das in der Gemeinde so. Einzige Neuheit in diesem Wahljahr: Rudolf Schreyer übernimmt das Amt vom bisherigen Bürgermeister Franz Xaver Sanftl. Er erreichte 63,4 Prozent der Stimmen.
Wählerinteresse in
Obing rückgängig
In Obing wurde Amtsinhaber Josef Huber (FW) mit einem sensationellen Ergebnis von 96,6 Prozent im Amt bestätigt. Vier Gruppierungen tummeln sich im Gemeinderat: CSU (35,8), Freie Wähler (18,5), Politische Alternative (17,9) und Obinger Bürgerliste (27,7) sammelten wieder Stimmen. Die Wähler werden in Obing jedoch immer zögerlicher: 2008 gingen noch 70,6 Prozent zur Wahl, 2014 waren es 65,6 Prozent und nun nur noch 61,9 Prozent.
In Schonstett hat Paul Dirnecker (FWS) gut lachen: Er ist neu im Amt, hat mit 85,2 Prozent der Stimmen ein respektables Ergebnis eingefahren, auch hier wird der Wahlkuchen zu gleichen Stücken geteilt: sechs Sitze für die CSU im Gemeinderat, sechs Sitze für die Freien Wähler. Dirnecker folgt auf Bürgermeister Josef Fink. Die Wahlbeteiligung lag in Schonstett bei 66,4 Prozent.
Konrad Linner
für Amerang
In Amerang teilen sich heuer die CSU (39,6), die Gemeindeliste Amerang (38,9) und die Freie Wählergruppe Kirchensur (21,5) die Sitze im Gemeinderat. Vor sechs Jahren waren noch die SPD/Unabhängige und die ÖDP/BFU mit dabei. Die Wahlbeteiligung lag heuer bei 69,7 Prozent. Der neue Bürgermeister von Amerang heißt Konrad Linner (Gemeindeliste). Er erhielt 53,7 Prozent und löst Bürgermeister August Voit ab.