St. Wolfgang – Die Corona-Krise hat nicht nur die geplante Einweihung des neuen LF 20-Einsatzfahrzeugs der Feuerwehr St. Wolfgang verhindert, sondern auch die Jahreshauptversammlung. Beide Termine sind „auf unbestimmte Zeit verschoben“, berichtete St. Wolfgangs Erster Kommandant und Kreisbrandmeister (KBM) Florian Axenböck auf Nachfrage unserer Zeitung. Laut seiner Statistik für 2019 hatte die St. Wolfganger Hauptfeuerwehr wieder einiges zu tun bei gleichbleibend vielen Einsätzen.
Insgesamt
169-mal ausgerückt
Das Jahr 2019 startete mit einem Großeinsatz: Wegen der Schneekatastrophe im Januar in unseren Alpenlandkreisen waren Kameraden der Feuerwehr St. Wolfgang drei Tage in Berchtesgaden dabei. Beteiligt hatten sich Aktive aus allen sechs St. Wolfganger Feuerwehren. Insgesamt musste die St. Wolfganger Wehr im vergangenen Jahr zu 169 Einsätzen ausrücken – einmal öfter als 2018. Übers Jahr hatte die Wehr samstags die meisten Einsätze (37) und am wenigsten passierte donnerstags (16). Sieben Brände waren zu bekämpfen und es gab fünf Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen. 131 technische Hilfeleistungen, vom Verkehrsunfall bis zur Vermisstensuche, waren zu bewältigen. Das First-Responder-Team der Feuerwehr rückte 102-mal aus. Dabei waren 1271 Aktive 1333 Stunden im ehrenamtlichen Einsatz.
Bei 64 verschiedenen Übungen hatten insgesamt 863 Feuerwehrdienstleistende teilgenommen und dafür 2518 Stunden aufgewendet. Die „großartige Jugendarbeit“ leiten Wolfgang Hartinger und Michael Grieger. Der Nachwuchs „übt fleißig“ jeden zweiten Freitag. Für Einsätze und Übungen wurden von den Aktiven zusammen 3851 Stunden Freizeit geopfert. Fort- und Weiterbildungen sowie Führungsbesprechungen sind da nicht berücksichtigt. Und schließlich sind auch regelmäßige Bewegungsfahrten der Einsatzfahrzeuge nötig. So muss jeder Maschinist mindestens 40 Kilometer pro Jahr fahren. Die vier Feuerwehrfahrzeuge wurden insgesamt 10697 Kilometer bewegt. Für das enorme Engagement und die große Einsatzbereitschaft bedankte sich der Kommandant bei seiner Mannschaft „ganz herzlich“.
Seit Januar verfügt die Hauptfeuerwehr in der Goldachgemeinde über ein neues LF 20 mit MAN-Fahrgestell und Aufbau der Lentner GmbH. Nach gründlicher Einweisung ist es bereits in Dienst gestellt und hat sich bei einigen Einsätzen schon bewährt. Zu seiner Ausstattung gehören ein Löschwassertank mit 3000 Litern, ein 200-Liter-Schaummitteltank, Faltbehälter mit 5000 Litern sowie auch ein Schwimmsaugkorb, eine Multifunktionsleiter, ein Wasserwerfer, Defibrillator, Verkehrsabsicherungshaspel und Akkustrahler. Über 30 Jahre leistete das Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) beste Dienste und hat trotz der Neuanschaffung nicht ausgedient.
Das alte HLF 16
darf bleiben
Das alte HLF 16 wurde nicht aussortiert, sondern wird auf Vorschlag der St. Wolfganger Feuerwehrführung zu einem Versorgungsfahrzeug umgebaut. Hintergrund ist, dass die Wehr jetzt auch zu Einsätzen auf der A94 gerufen wird. Dazu ist ein Verkehrssicherungsanhänger (VSA) nötig, um die Einsatzkräfte auf der Autobahn zu schützen. Das HLF wird etwa ab Juni als Zugfahrzeug für den VSA zum Einsatz kommen und künftig zudem nicht nur Material-, sondern neun Leute als Besatzung transportieren. Nach Zustimmung des Gemeinderates gibt es bei der Feuerwehr St. Wolfgang künftig drei Kommandanten. Damit können die Aufgaben besser verteilt und die Belastungen reduziert werden.
Als „nächste große Herausforderung“ erwartet Axenböck den Neubau eines Gerätehauses. Bei der Feuerwehr hofft man demnächst auf eine Entscheidung zum künftigen Standort und die weitere Vorgehensweise bei dem Projekt.