Ersten Aufschlag abgeschmettert

von Redaktion

Gemeinderat Albaching vertagt Beschluss – Vorerst kein Platz für Beachvolleyball

Albaching – Die Albachinger Gemeinderäte tagten bei ihrer jüngsten Sitzung wegen der bestehenden Abstandsregelung im Bürgersaal. Auf Abstand gingen sie auch mit einer Anfrage junger Gemeindebürgerinnen, die gern einen Beachvolleyballplatz in der Gemeinde hätten. Der Gemeinderat diskutierte den Antrag ausgiebig. Es zeigte sich, wie schwierig es derzeit angesichts der Corona-Krise ist, Beschlüsse mit weitreichenderen finanziellen Auswirkungen zu treffen: Der Tagesordnungspunkt wurde vertagt.

Rechtmehring
hat bereits
ein Spielfeld

Zusammen mit einer Jugendbeauftragten des Landratsamtes hatten sich junge Albachingerinnen an die Gemeinde gewandt mit ihrem Wunsch, einen Beachvolleyballplatz einzurichten. Es gebe eine Volleyballgruppe, die in der Alpichahalle trainiere, jedoch im Sommer in der Nähe des Fußballtrainingsplatzes auf Gras spiele, was nicht so ideal sei. Er habe Kontakt zum Vorstand des Sportvereins (SV) Albaching, Günter Ganslmeier aufgenommen, so Bürgermeister Franz Xaver Sanftl (Freie Wähler). Dieser habe einen solchen Platz als grundsätzlich positiv beurteilt, möchte aber verantwortliche Personen benannt haben, die sich darum kümmern und dort Ordnung halten.

Die Nachbargemeinde Rechtmehring verfüge über einen Beachvolleyballplatz, den man besichtigt habe, so Sanftl weiter. Der dortige Abteilungsleiter habe erzählt, dass dieser mit „erheblicher Eigenleistung“ bei Kosten von rund 25 000 Euro entstanden sei.

Der Platz müsse nicht so aufwendig sein wie in Rechtmehring mit Flutlicht, Dusche und Hütte, meinte Sanftl in der Sitzung.

Die Pfosten und das Netz seien vorhanden, aber es müsse Humus entfernt und der Aushub weggefahren werden. Den Sand sah er als „erheblichen Kostenpunkt“; hierbei könne man mit etwa 10 000 Euro rechnen, was in etwa der Hälfte der Gesamtkosten entspreche. Im Gemeindehaushalt für das laufende Jahr stünden 110 000 Euro zur Verfügung, allerdings sei dieser Betrag für die Asphaltierung und Pflasterung der Zufahrt und Parkflächen am Sportplatz eingestellt. Nur falls diese Mittel nicht in vollem Umfang benötigt würden, könnte die Gemeinde hier etwas für den Beachvolleyballplatz abzweigen. Mit der Anregung: „In einer Zeit wie dieser, wo jeder den Kopf hängen lässt, könnte dies ein Zeichen sein“, eröffnete der Bürgermeister die Diskussion. Das Vorhaben komme für ihn „aktuell nicht in Frage“, stellte Helmut Maier (GWA) fest. Die Gründe: Mit den Parkplätzen habe man noch gar nicht angefangen, und für ein solches Vorhaben sei eine „Struktur“ mit festen Verantwortlichkeiten vonnöten.

Wer ist verantwortlich und wie viele
spielen überhaupt?

Auch den Unterhalt dürfe man nicht außer Acht lassen, dieser sei seiner Meinung nach „ungemein aufwendig“. Finanziell gehe es hier auch nicht um „peanuts“. Im Unterhalt sah Sanftl kein großes Problem: Wenn dort alles ordentlich abgedeckt werde, sei nicht viel zu machen. Aber die angesprochene Verantwortlichkeit sei „ein großer Punkt“. „Grundsätzlich schon gut“ fand Rätin Jessica Vital-Robarge (GWA) den Vorschlag. In mehreren Punkten sei sie aber vorerst noch „skeptisch“: Gebe es wirklich so viele Leute, die dann in Rechtmehring und Albaching Volleyball spielen würden?

Auch die in der Sitzung anwesende zuständige Vertreterin der Volleyballgruppe, Claudia Mayer, kam zu Wort. Die Verantwortlichkeiten seien schon geklärt worden, dies sei kein Problem, erklärte sie. Den Platz in Rechtmehring dürften die Albachinger zwar schon benutzen, aber ob dies auch tatsächlich gemacht werde, wusste sie nicht. In jedem Fall würde eine solche Einrichtung in Albaching die „Leute auch zum Sportmachen animieren“, war sie sich sicher.

Grundsätzlich „toll“ fand auch Zweiter Bürgermeister Rudolf Schreyer (GWA) die Idee. Im Hinblick auf den Haushalt mahnte er aber an, „dieses Jahr vorsichtig zu kalkulieren“, zumal die Mittel im Haushalt eigentlich nicht für ein solches Vorhaben eingestellt seien. „Das wäre für Albaching super“, meine Ratskollege Bernhard Mayer (GWA). Er schlug aber vor, das Thema auf eine der nächsten Sitzungen zu vertagen, da wegen Corona derzeit „eh nicht viel passiert“.

August Seidinger junior (GWA) befürchtete ein „Problem mit der Finanzierung“, etwa dann, wenn Gewerbesteuereinbrüche einträten. Bürgermeister Sanftl wusste von anderen Kommunen, die Stundungen aufgrund fehlender Einnahmen beanspruchen würden. „Da kann schon noch einiges kommen“, so das Gemeindeoberhaupt. Dass ein solcher Platz für Jugendliche gut sei, das wolle er „ja gar nicht in Frage stellen“, meinte Helmut Maier, aber man wisse derzeit gar nicht, ab wann die Ausübung von Mannschaftssportarten wieder möglich sei. Er wollte das „nicht übers Knie brechen“.

Das Resümee zog abschließend der Bürgermeister: „Man kann es machen, nur nicht gleich.“ Damit wurde der Tagesordnungspunkt vertagt.

Scherze am Rande der Sitzung

„Ist das der Mindest- oder der Maximalabstand?“ scherzten die Albachinger Gemeinderäte in der Aprilsitzung angesichts der Tatsache, dass diese aufgrund der Corona-Krise im Bürgersaal stattfand und die Plätze recht großzügig verteilt waren. Bürgermeister Franz Sanftl (GWA) sprach extra in ein Mikrofon, damit ihn alle verstehen konnten.

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