Haag – Überraschender Wechsel kurz vor der am heutigen Dienstag, 12. Mai, stattfindenden konstituierenden Marktgemeinderatssitzung in Haag: Klaus Breitreiner, vormals FWG-Ortsvorsitzender, schließt sich der CSU-Fraktion an.
Bitter für die Freie Wählergemeinschaft (FWG), die ihren langjährigen Vorsitzenden Breitreiner sogar als Bürgermeisterkandidaten ins Rennen geschickt hatte. Der 44-Jährige schaffte es ebenso wie Josef Hederer (PWG) nicht in die Stichwahl, in der sich schließlich Sissi Schätz (SPD) gegen Bernd Schneider (CSU) durchsetzte.
Breitreiner hatte vor der Stichwahl öffentlich kundgetan, persönlich den CSU-Kandidaten Bernd Schneider zu unterstützen. Das war von FWG-Mitglied Wolfgang Obermaier als Alleingang gewertet worden. Obermaier legte damals Wert auf die Feststellung, dass die Freie Wählergemeinschaft in Haag als Gruppierung keine Aussage zur Unterstützung eines Kandidaten in der Stichwahl mache.
Diese Reaktion war in Haag bereits als Zeichen dafür gewertet worden, dass es innerhalb der FWG zu Unstimmigkeiten mit Breitreiner gekommen sein könnte.
Jetzt hat die FWG-Vorstandschaft offiziell dessen Rückzug von den Freien Wählern Haag mitgeteilt. Breitreiner habe den Vereinsvorsitz abgegeben und wolle als neuer Gemeinderat nicht mit den beiden Kollegen von den Freien Wählern zusammenarbeiten, teilt FWG-Schriftführerin Renate Wortmann mit. Breitreiner plane, seinen neuen Sitz zukünftig der CSU-Fraktion anzugliedern. Bevor der neue Gemeinderat morgen seine konstituierende Sitzung abgehalten habe, würden die Wähler nun eine veränderte Sitzverteilung vorfinden, als sie selbst am Wahltag entschieden hätten, so die FWG in einer Pressemitteilung. Die CSU hat in Haag nun sieben Sitze, die SPD drei, die FWG zwei, die PWG vier, die Grünen zwei und WfH zwei Sitze.
„Die verbleibende Vorstandschaft und Gemeinderäte der freien Wählergemeinschaft Haag (FWG) nehmen diesen plötzlichen Schritt mit Bedauern zur Kenntnis und versichern, dass sich die beiden Mandatsträger Egon Barlag und Dr. Bernhard Grabmeyer weiterhin im Sinne der FWG für die Haager Bevölkerung einsetzen werden“, heißt es in der Pressemitteilung der FWG-Vorstandschaft weiter.
Zunehmende
Distanzierung im
Wahlkampf
Breitreiner betont auf Anfrage der Wasserburger Zeitung, die Entscheidung, nicht mehr für die FWG anzutreten, habe er sich nicht leicht gemacht. Seinen politischen Zielen, für die er in den Gemeinderat gewählt worden sei, wolle er auch weiterhin treu bleiben. Dies sei in seiner bisherigen Fraktion und Wählervereinigung nicht mehr möglich gewesen. Speziell mit den alten und wiedergewählten Gemeinderäten sei es im Wahlkampf zunehmend zur Distanzierung gekommen. Von ihnen hätte sich Breitreiner, der seit 2009 Mitglied der FWG war, mehr Unterstützung erwartet, wie er erklärt. „Dazu entfernte man sich bei wichtigen politischen Themen.“
Warum fiel seine Entscheidung so kurz nach der Wahl? „Es ist ehrlich und korrekt, den Schritt jetzt zu gehen und sich neu zu orientieren. Ein späterer Wechsel würde für den Gemeinderat, die Verwaltung und die Ausschüsse viel Arbeit bedeuten. Das möchte ich allen gerne ersparen“, erläutert der gebürtige Haager.
Neue politische Heimat findet der 44-jährige Projektleiter bei der Haager CSU. Dazu Bernd Schneider, der frisch gewählte Fraktionsvorsitzende der Haager CSU: „Klaus bringt in vielen Bereichen große Fachkompetenz mit, besonders im Bauwesen, und engagiert sich vielfältig im öffentlichen Leben in Haag. Er passt persönlich und inhaltlich gut zu uns.“