Reichertsheim – Gründliche Vorarbeit hatte die Reichertsheimer Verwaltung mit dem neuen Bürgermeister Franz Stein (Einigkeit Ramsau) zur ersten Gemeinderatssitzung geleistet. Wichtige Positionen waren bereits zuvor mit den infrage kommenden Personen abgeklärt worden, sodass die Suche nach Kandidaten weitgehend entfiel. Die ausgearbeiteten Vorschläge wurden einstimmig angenommen. Somit heißt der Zweite Bürgermeister Johann Knollhuber (IG Reichertsheim). Einen Dritten Bürgermeister gibt es nicht, hingegen einen Stellvertreter. Das ist der ältestes Gemeinderatsmitglied und damit Gerhard Landenhammer (IG Reichertsheim).
Wunsch: Diskussionen
auf sachlicher Ebene
Zu Beginn der Sitzung wünschte sich Bürgermeister Franz Stein „Diskussionen auf sachlicher Ebene“, Auseinandersetzungen sollten „nicht persönlich“ werden, damit man in der Nach-Corona-Zeit anschließend „auch einmal zum Wirt gehen“ könne.
Zuvor hatte ihn die vormalige Bürgermeisterin Annemarie Haslberger vereidigt. Auch die neuen Gemeinderäte wurden vereidigt Johann Knollhuber, erklärte Bürgermeister Stein, schlage man als Zweiten Bürgermeister deshalb vor, weil er über Erfahrung verfüge und damit die beiden Hauptorte gleichermaßen vertreten seien, denn die Gemeinderäte kämen auch zu gleichen Teilen sechs und sechs aus Ramsau und aus Reichertsheim. Die geheime Wahl ergab für Knollhuber zwölf Ja- und eine ungültige Stimme. Er bedankte sich für das Vertrauen und wünschte sich, die Gemeinde „zusammenzuhalten“.
Während ein Zweiter Bürgermeister Pflicht ist, darf auf einen Dritten bei einer Gemeindegröße mit gut 1600 Einwohnern verzichtet werden, ein Stellvertreter genügt. Der ist üblicherweise das älteste Gemeinderatsmitglied und damit Gerhard Landenhammer. Dagegen gab es keine Einwände.
Festgelegt wurde die Höhe der monatlichen Entschädigung für den ehrenamtlichen Bürgermeister mit 3600 Euro. Das orientiere sich ebenfalls an der Einwohnerzahl, erklärte Geschäftsleiter Daniel Richter, hinzu kommen 150 Euro Zuschuss zu den Fahrtkosten. Der Zweite Bürgermeister erhält 216 Euro, was sich bei einer dauerhaften Vertretung ab dem zweiten Monat steigert. Die Räte erhalten 20 Euro je Sitzung.
Kurz vorgestellt hat Bürgermeister Stein die Satzung, in der das örtliche Gemeindeverfassungsrecht geregelt ist und die Geschäftsordnung. Das betrifft unter anderem die Art der Einladung zu den Sitzungen. Die soll weiterhin schriftlich erfolgen, Unterlagen befinden sich hingegen digital im Ratsinformationssystem der Gemeinde. Stein sah auch für die Räte nicht die Notwendigkeit, etwas auszudrucken, man wolle lieber Papier sparen. Beide Schriftstücke sollen sich die Räte nun zu Gemüte führen, damit in der nächsten Sitzung über mögliche Änderungen beraten werden könne. Bis dahin gelten die bisherigen Regelungen.
Bauausschuss nur
beratend tätig
Kurz war die Besetzung der weiteren Ausschüsse. Rechnungsprüfung ist Pflicht, der Bauausschuss kommt zum Beraten nur bei besonderen Anlässen zusammen. Entscheidungen bleiben stets beim Gemeinderat. Das habe man bisher beim Rathaus mit guten Erfahrungen auch so gemacht, erklärte Franz Stein. Einstimmig waren auch die Beschlüsse, dass Bürgermeister Franz Stein Ehen schließen und Annemarie Haslberger den Titel Altbürgermeisterin führen darf.