Wasserburg – Eigentlich hätte er am Sonntag, 19. Juli, beim Patrozinium den letzten Gottesdienst gefeiert. Doch er fällt wegen der Corona-Pandemie aus. Wasserburgs Stadtpfarrer Dr. Paul Schinagl kann sich nicht, wie geplant, von den Gläubigen verabschieden. Im Pfarrbrief für St. Jakob und St. Konrad, der ab heute in den Kirchen ausliegt, tut er dies nun schriftlich.
Schinagl kam 1990 als junger Kaplan nach Wasserburg. 1995 ernannte ihn der damalige Erzbischof von München und Freising, Kardinal Wetter, zum Stadtpfarrer. 30 Jahre war Schinagl seelsorgerisch in Wasserburg tätig – „eine Lebensaufgabe“, wie er sagt.
Seine Amtszeit endet nun mitten in der Corona-Krise. Schon seinen Lieblingsgottesdienst zu Ostern konnte Schinagl nicht feiern, Firmung und Erstkommunion mussten verschoben werden. „Uns allen wird vor Augen geführt, dass wir Menschen nicht alles in der Hand haben“, findet er angesichts der Machtlosigkeit gegenüber dem Virus.
Nachfolger von Schinagl wird, wie berichtet, Bruno Bibinger (37), bisher Leiter des traditionsreichen Pfarrverbandes Tuntenhausen-Schönau. Er tritt im Herbst sein Amt als Stadtpfarrer an. duc