Eiselfing – Ob die Autofahrer, die täglich die Staatsstraße Eiselfing – Evenhausen benutzen, das Fehlen des Bildstocks bei Moos seit fast einem Jahrzehnt überhaupt bemerkt haben? So lange dauern nämlich schon die Bemühungen um seine Renovierung. Besorgte Nachfragen sind jedenfalls nicht bekannt, nachdem die Grundeigentümer das stark verwitterte, hölzerne Marterl entfernt hatten, um es zu erneuern. Nun steht es wieder am alten Platz und man fragt sich, ob es jetzt wenigstens wieder auffalle.
Bereits 1977 war es renoviert worden, nachdem von der Laterne nur noch lose Bretter herabhingen und die Täfelchen völlig verrostet waren. Damals hatte sich der Zimmermeister Georg Aringer von Kerschdorf, der regelmäßig mit seinem Team zum Aufbau des Bauernhausmuseums nach Amerang fuhr, des erbarmungswürdigen Zustandes angenommen und den Aufsatz mit den Bild-Nischen erneuert. Der eichene Pfahl von 190 Zentimetern Höhe über dem Gelände blieb bestehen. Die Gemeinde Eiselfing unter Bürgermeister Ulrich Zimmermann übernahm die Kosten für die Bemalung neuer Tafeln durch Willy Reichert in Wasserburg. Da seinerzeit der Eigentümer des Bildstocks nicht bekannt war, erfolgte die Rettung durch Spenden. Mittlerweile weiß man, dass er der Gastwirtsfamilie Sanftl von Eiselfing gehört, die gerne bereit war, die Erneuerung zu übernehmen. Schon 1938 hatte Pfarrer Anton Steffl in einem Inventar der Flurdenkmäler seiner Pfarrgemeinde festgehalten: „Hölzernes Armen-Seelen-Bildstöckl, sehr verwittert“. Mittlerweile mussten auch der Pfosten und die Motive ersetzt werden. Der Anlass und der Zeitpunkt der Errichtung seien jedoch nicht mehr zu ermitteln gewesen – möglicherweise liegt ein tödlicher Unfall auf der Straße oder bei der Feldarbeit zugrunde.
Die Holzarbeiten bewerkstelligte diesmal Egon Werner, während Ingrid Manhart die Bilder für die Nischen schuf: den gekreuzigten Jesus vor einer Bergkulisse, die Armen Seelen und eine Himmelfahrt Mariens. Es ist zu hoffen, dass der neue Bildstock einige Jahrzehnte der Witterung standhält und die Vorbeifahrenden zur Vorsicht mahnt. fst