Reichertsheim – Eine Mountainbike-Strecke zum Üben anlegen? Kein Problem, macht man es wie die coolen Jungs mit ihren tollen Bikes aus Reichertsheim. Eine gute Handvoll, darunter Bastian Radlmair, Quirin Aigner, Jonas Eisenmann und Bene Pflügl, treffen sich regelmäßig, um mit dem Fahrrad neue „Tricks“ einzuüben. Hindernisse überwinden, weiterfahren, wo andere absteigen und auch mal einen Teil des Wegs fliegend durch die Luft zurücklegen – das ist es, was alle antreibt. Und so stellte auch die Errichtung eines Pumptracks kein wirkliches Hindernis für die Jungs dar. Sie konnten sogar Guido Tschugg, einen „Masters Downhill Weltmeister“, für ihr Projekt gewinnen.
Vereinsgründung
zentrale Bedingung
Bei ihrer Suche nach einem geeigneten Trainingsparcours bekamen die Jungs zunächst den Tipp von ihren Eltern, den Bürgermeister nach einer geeigneten Trainingsfläche zu fragen. Dort rannten die Radler offene Türen ein, bekamen aber von Gemeindeoberhaupt Franz Stein die Vorgabe mit auf den Weg, dafür aus versicherungsrechtlichen Gründen einen Verein als Organisator zu finden. Beim Sportverein mit Andreas Binsteiner als Vorstand war die Tür ebenfalls weit geöffnet. Er bekennt, dass er „sehr froh“ über dieses Engagement sei, denn bisher würde der Sportverein lediglich mit Fußball in Verbindung gebracht; BMX sei nun neben der Garde die dritte Abteilung. Das unterstreicht auch Sandra Radlmair als Veranstaltungsbeauftragte des Vereins. Sie freut sich auch darüber, dass nach der längeren Zwangspause durch die Corona-Maßnahmen nun wieder Leben einkehrt.
Durch den Verein kommen auch Zuschüsse herein, 2500 Euro durch das Förderprogramm LEADER, das die Entwicklung ländlicher Regionen unterstützt, und von der Gemeinde. 13000 Euro kostet das insgesamt, zählt Binsteiner auf, den Rest hoffe man mit Werbung auf einer großen Tafel hereinzubekommen.
Einen Platz fand sich bald hinter dem Bräu-Gelände, hier trainierten früher einmal die Stockschützen auf einer Asphaltbahn. In den letzten 30 Jahren war es jedoch still, die Abteilung existiert lange nicht mehr, bedauert Binsteiner. Immerhin startete der SV einmal mit den Stockschützen.
Die Jungs wurden dabei vom Glück verfolgt, denn Guido Tschugg wohnt nicht weit weg im Chiemgau, ist international in der Mountainbike-Szene bekannt und sogar „Masters Downhill Weltmeister“. Zudem kennt er sich im Anlegen eines solchen Kurses aus, so eine Arbeit hat er auch schon mal bei sich im Garten, seinem „Backyard“, als Ferienprogramm angeboten. Zusammen mit den Reichertsheimer Kindern und Jugendlichen, etwa zehn an der Zahl, verwirklichte er jetzt diese Strecke. Die Gemeinde spendierte das Erdreich, daraus entstanden Hügel, Kurven und Wellen. Ein Teil ist bereits befahrbar, bald kommt Mineralbeton hinzu, der das Ganze verfestigt. In zwei Wochen könnte alles fertig sein, hofft Binsteiner.
Schwierig wird es aufgrund der Corona-Maßnahmen mit einer passenden Eröffnungsfeier. Aber fahren könne man, Interessenten müssten aber aufgrund des Versicherungsschutzes Mitglied im Sportverein werden, wenn sie es in Reichertsheim nicht eh schon sind.
Weitere Biker
sind willkommen
Bastian ist 15 Jahre alt und fährt seit drei Jahren mit so einem Rad. Toll sei es, meint er, sich in der Luft zu bewegen. Dem pflichtet auch Quirin, ebenfalls 15, bei, Adrenalin sei dabei zu spüren. Jonas, elf Jahre alt, freut sich über die gelungenen Tricks von der Vorstellung im Kopf bis zur Umsetzung auf der Bahn. „100-mal probieren, dann geht‘s endlich“, was auch Bene, ebenfalls elf, bestätigt. Sicher komme man auch mit dem Boden in Kontakt und falle hin, doch das seien höchstens Prellungen, nichts Ernsthaftes, versichern alle.
Während die jungen Talente ganz zufrieden mit der rund zehnköpfigen Besetzung der Abteilung sind, würde sich der Verein über weiteren Zuwachs freuen. Thomas Radlmair, Abteilungsleiter BMX, ist unter 0171/1936366 erreichbar.