St. Wolfgang – Für die Feier seines 95. Geburtstages hat sich Erich Bunk richtig fein gemacht, seine Gratulanten empfing er im eleganten Anzug.
Zu ihnen gehörten Landrat Martin Bayerstorfer, der neben den Glückwünschen des Landkreises auch einen Bierkrug als Geschenk mitgebracht hatte. An seine Seite gesellte sich Bernhard Konrad, der Zweite Bürgermeister der Gemeinde St. Wolfgang. Er überreichte einen großen Präsentkorb. Zu den Gästen gehörten auch Erich Bunks Schwiegertochter Sieglinde Bunk und Marianne Bauer, eine gute Bekannte.
Der Senior ist noch recht rüstig und sei bei seinen Mitbewohnern beliebt, erzählt Elena Werkstetter, die Pflegedienst- und stellvertretende Einrichtungsleiterin des Betreuungszentrums St. Wolfgang. „Und er ist immer so schick“, fügt sie mit einem Augenzwinkern hinzu. In der Frühstücksrunde sei er ebenso gern dabei wie in der Musik- und der Gymnastikrunde.
Spaß mache ihm auch die bunte Runde, da wird gemeinsam gesungen, gerätselt und gespielt. „Er mochte es auch, wenn die Kindergartenkinder da waren, leider geht das seit Corona nicht mehr“, sagt eine Betreuerin.
Der 95-Jährige wurde in Schlesien geboren und kam 1949 aus russischer Gefangenschaft nach St. Wolfgang. „Er hat sein Leben lang gearbeitet und das leidenschaftlich gern“, erklärt seine Schwiegertochter, „er war Schreiner mit Leib und Seele“. 41 Jahre, sagt Erich Bunk selbst, war er beim „Stiftl“ in Kloster Moosen. Auch zu Hause, so die Schwiegertochter, habe er alles selbst gebaut.
In den vergangenen Jahren hat für Erich Bunk das Schicksal zweimal schwer zugeschlagen. 2017 verstarb seine Frau nach 61 Jahren Ehe, vor wenigen Wochen schließlich sein einziger Sohn.
Seit vier Jahren wohnt Erich Bunk in der Einrichtung auf dem Wenhardsberg, und das sehr gern. „Er hat früher öfter gesagt, dass er hier einmal einziehen wird, auch, weil es hier eine Schreinerei gibt“, erinnert sich seine Schwiegertochter.
Henry Dinger