Mit Flamenco ist die Kultur im Haager Bauernmarkt zurück

von Redaktion

„Fuente del fuego“ gestaltet den Auftakt der Reihe – Bayerische Tapas runden den Abend ab

Haag – Ein Glanzlicht setzte Bauernmarktchef Josef Hederer auf den Start seines Kulturprogramms. Die Flamenco-Gruppe „Fuente del fuego“, übersetzt „Feuerquelle“, ließ den Funken der Begeisterung auf die Zuhörer im historischen Gewölbe des Zehentstadel bei Kerzenlicht überspringen.

Und schon ergriff der Rhythmus der Gitarren von Oliver und Rudolf zu Rasguado und Golpe die Hallen, gab die Tänzerin Michaela mit ihrem Schuhaufschlag, dem „Zapadeado“, ein zusätzliche Stakkato in die Melodien, die Sängerin Anna Maria mit ihren Liedern durch Händeklatschen akzentuierte. Ein spanisches Feuerwerk aus „Sevillanas“, „Fandangos“, „Rumba“ und „Alegria“ entlud sich vor den Augen und Ohren der Gäste. Mit „Volare“ stimmte die Sängerin dazwischen „etwas Leichtes“ an und motivierte die Anwesenden zum Mitsingen und Mitklatschen. Zu fast jedem Auftritt betrat die Tänzerin in einem anderen Kleid die Bühne, zur „Farruca“ trug sie den traditionellen Hut.

Bei spanischem Wein durfte das Publikum stilgerecht „bayerische Tapas“ aus der Bauernmarktküche von Elisabeth Hederer genießen. Rosmarie Heimann kommentierte: „Den spanischen Rhythmus dieses Abends finde ich total inspirierend.“ Organisator Josef Hederer atmete auf: „Schön, dass es wieder Kultur in Haag gibt.“ Er habe etwas gezittert vor dem ersten Abend, ganz zögerlich hätten die Reservierungen begonnen. Nun aber stehe fest: „Alle Plätze sind belegt.“

Das Kuriosum des Abends bestand in der Verbindung dieser Flamenco-Darbietung mit Haag. Ein Gitarrist der Gruppe „Fuente del fuego“, Rudolf Fröschl, ist ein Nachkomme des einstigen Bürgermeisters Trautner. Nach ihm ist heute an der Maria-Ward-Straße der Bürgermeister-Trautner-Weg benannt. Johann Trautner war von 1869 bis 1893 Bürgermeister von Haag und verfasste das erste Geschichtsbuch mit dem Titel „1000 Jahre Haager Geschichte“.

Rudolf Fröschl erzählte, dass er mit seiner Familie den Opa im Bürgerheim St. Kunigund besucht habe. Den Sommer über habe seine Familie in Haag eine Wohnung gehabt und hier gelebt. Paul Promberger habe er als Jugendfreund gekannt und als Klassenkameraden des Wittelsbacher Gymnasiums in München. Kürzlich habe er ihn besucht und von der Kleinkunstbühne des Bauernmarktes gehört. So habe sich die Idee entwickelt, den Flamenco nach Haag zu bringen. LUDWIG MEINDL

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