Mühldorf – Mit einer Verschärfung der Corona-Regeln hat der Landkreis gestern auf die angespannte Situation reagiert. Für Besucher gilt ab sofort bei allen öffentlichen und privaten Veranstaltungen in nicht-privaten Räumlichkeiten 2G. Betroffen sind davon vor allem Hallendiskos, für Veranstaltungen in der Gastronomie gilt das nicht. Damit reagiert der Landkreis auf die sich weiter zuspitzende Coronalage.
Personalmangel
wird schlimmer
Wie schwierig die ist, zeigt ein Blick auf die regionale Corona-Ampel. Wie Geschäftsführer Thomas Ewald gestern auf Anfrage erklärte, sind von den 18 Intensivbetten mit Beatmungsmöglichkeit in den Krankenhäusern Mühldorf, Altötting und Burghausen 17 belegt. Die Intensivstation in Mühldorf sei sogar mit zwei Patienten überbelegt, vereinzelt müssen Intensivpatienten hunderte Kilometer weit verlegt werden. Neben der Intensivstation seien auch die Notaufnahmen sehr stark beansprucht. „Und im normalstationären Bereich sind unsere Häuser ebenfalls nahezu vollständig belegt.“ Zum starken Patientenaufkommen komme wie schon in der ersten Corona-Welle Personalmangel, sagt Ewald. „Wir könnten im Inn-Klinikum Mühldorf vier Intensivbetten mehr betreiben, wenn wir das entsprechende qualifizierte Personal dafür hätten“, sagt der Geschäftsführer. „Wir haben aufgrund der derzeitigen sehr ernsten Situation die Unterstützung durch Bundeswehrkräfte angefordert, um unser Personal zu entlasten.“ Die meisten Coronapatienten, die ins Krankenhaus kommen, sind ungeimpft oder noch nicht vollständig immunisiert. Ewald beziffert den Anteil auf 70, bei denen, die auf Intensiv liegen sogar auf 80 Prozent. Da diese Menschen länger auf der Intensivstation behandelt werden müssten als normale Patienten verschärft sich die Situation.
Erneuter Appell
für die Impfung
Dabei zeigt sich laut Ewald, dass der Altersdurchschnitt der Patienten mit einem schweren Verlauf sinkt und inzwischen unter 60 Jahren liegt. „Leider ist der Großteil der schwer erkrankten Patienten ungeimpft. Und bei Patienten, die trotz Impfung auf Intensiv versorgt werden müssen, liegt teilweise die Impfung lange zurück und sie leiden an schweren Grunderkrankungen.“