Wasserburg – Gespannt, aber wenig hoffnungsvoll schauen viele derzeit Richtung Glasgow, wo bis zum 12. November die Welt-Klimakonferenz stattfindet. Auch Bürgermeister Michael Kölbl sieht „die große Politik in der Pflicht, die Rahmenbedingungen zu stellen“, damit Kommunen wie Wasserburg ihren Beitrag gegen die gefährliche Erderwärmung leisten können. Der Stadtrat hat, wie berichtet, mehrheitlich den Klimanotstand ausgerufen. Das heißt vor allem: Alle Beschlüsse werden auf ihre Folgen für den Klimaschutz hin überprüft – konsequent.
Der Energiedialog Wasserburg, ein Zusammenschluss von Bürgern, Firmen, Verbänden, Vertretern aus Kommunalpolitik und Verwaltung, koordiniert vom Klimaschutzmanager Josef Allio, hat außerdem im Sommer seine Forderungen aktualisiert, das heißt: auf die sektorbezogenen Ziele der Bundesrepublik (für Themenbereiche wie Industrie, Verkehr und Energiewirtschaft) angepasst. Der Stadtrat hat eine Untersuchung ausgeschrieben, die den Status quo der Klimabelastungen ermittelt und Verbesserungspotenziale aufzeigen soll. Die Kosten für die Evaluierung betragen laut Kölbl 60000 bis 70000 Euro, die Stadt erwartet eine Förderung von 70 Prozent. Sie will dem European Energy Award beitreten, in dem sich europaweit Kommunen zusammengeschlossen haben, um Klimaschutzmaßnahmen anzutreiben. duc