Wasserburg – Die Nachfrage nach Siliciumscheiben für die Erstellung von Computerchips steigt, Siltronic Wasserburg expandiert stetig. Auf großes Interesse stößt die Krippenausstellung des städtischen Museums. Das sind die wichtigsten Themen in der Wasserburger Zeitung Ende 1996.
Wasserburg – Auch im ersten Jahr als eigenständige Aktiengesellschaft ist die „Wacker Siltronic AG“ wirtschaftlich auf Erfolgskurs. Seit 1988 ist der Spezialist für Silicium in Wasserburg. Die Siliciumbranche ist der am schnellsten wachsende Bereich der Chemie: Die Scheiben aus Reinstsilicium, die in Wasserburg poliert und mit einer Spezialschicht versehen werden, braucht die Computerindustrie als Grundlage für ihre Chips. Mehr als 300 Millionen Mark hat Wacker seit dem Kauf der ehemaligen Fairchild-Gebäude im Jahr 1988 in Wasserburg investiert. Die nächste Erweiterung bringt bis April 1997 eine Steigerung der Produktion von derzeit 120 000 auf 160 000 Scheiben im Monat. Im Vollausbau sollen es rund 240 000 Scheiben sein. Dann allerdings sind die beiden Reinraumgebäude bis auf den letzten Quadratmeter genutzt, für Verwaltung und Werkstätten muss in der Tegernau neu gebaut werden. Mit der Produktionserweiterung ist auch eine Personalaufstockung verbunden. In den kommenden drei Jahren will man von 350 Mitarbeitern in Wasserburg auf 500 aufstocken.
„Einen gewaltigen Ansturm“, so Museumsleiter Ferdinand Steffan, erlebte die Krippenausstellung im städtischen Museum. Allein am dritten Advent kamen in fünf Stunden mehr als 500 Besucher nach Wasserburg und stellten Personal und Exponate vor eine ungewohnte Belastungsprobe. Insgesamt drängten sich mehr als 3000 Menschen vor den Vitrinen. Damit war die Krippenausstellung 1996 die erfolgreichste aller Sonderausstellungen der vergangenen 20 Jahre im Museum.
Weitere Meldungen:
München – Bayerns Innenminister Günther Beckstein empfiehlt Autofahrern, rechtzeitig die neue Autobahnvignette für Österreich zu kaufen. Diese muss ab 1. Januar 1997 an allen Kraftfahrzeugen, die österreichische Autobahnen benutzen, angebracht werden.
Dublin – Die 15 Staaten der Europäischen Union haben sich auch einen Stabilitätspakt geeinigt. Darin legten sie fest, dass die EU-Kommission bei einem Überschreiten der Obergrenze der Nettoneuverschuldung von drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts durch einen Staat das Untersuchungsverfahren auslöst. Ausnahmen für eine Sanktion soll es nur bei außergewöhnlichen Ereignissen geben oder wenn das Land eine schwere Rezession durchmacht.
Bonn – Bundeskanzler Helmut Kohl bleibt Spitzenreiter bei den Karikaturisten. Mit weitem Abstand und 1055 Abdrucken führt er auch 1996 die vom Chef der Pressedokumentation des Bundestages, Walther Keim, geführte Hitliste an. Auf Platz 2 folgt Bundesfinanzminister Theo Waigel.