Leserforum

Gerechtigkeit für alle: Das ist nicht revolutionär

von Redaktion

Zum Bericht „Positive Dinge in Wasserburg“ und zum Leserbrief von Gerd Maas:

Die Gemeinwohlökonomie-Bewegung bemüht sich, so wie ich das verstehe, darum, in unser marktwirtschaftliches System Prinzipien der christlichen Ethik aufzunehmen.

Die christliche Ethik ist nicht primär profitorientiert, das sollten gerade die Parteien mit dem „C“ im Namen beherzigen. Nicht das „reine Profitdenken“ soll unsere Wirtschaftsabläufe bestimmen.

Das klingt für Herrn Maas „gefährlich revolutionär“. Unser System ist nach seiner Darstellung so perfekt, dass alle Abläufe ohnehin immer dem Gemeinwohl dienen. Schön wär’s! Man möchte ihn an die Deals der CSU-Politiker Sauter, Nüsslein und an Frau Andrea Tandler erinnern. Jedem von uns fallen sicher genügend Beispiele ein für den Missbrauch wirtschaftlicher Macht zu eigenen Gunsten.

In einer Gesellschaft, in der mehr als zehn Prozent der Bevölkerung unterhalb des Armutsniveaus leben und in der die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklafft, wird es höchste Zeit, sich um Veränderungen zu bemühen hin zu mehr Gerechtigkeit. Gerechtigkeit für alle, die an einem Wertschöpfungsprozess beteiligt sind. Nichts anderes will die Gemeinwohlökonomie. Das ist nicht revolutionär und für unsere Gesellschaft nicht gefährlich, sondern dringend nötig. Die Stadt Wasserburg braucht sich nicht zu schämen, dass „so etwas im Rathaus eine Plattform bekommt“.

Dr. Martin Heindl

Wasserburg

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